Biberbach-Affaltern Albanusbruderschaft – das klingt geheimnisvoll und sagenumwoben. Doch für die Bewohner von Affaltern stellt die Gemeinschaft nichts Rätselhaftes dar. Sie ist vielmehr fester Bestandteil der Dorfgemeinschaft, Teil des Brauchtums und Ausdruck gelebter Gläubigkeit. Es ist auch ein fester Bestandteil des Kirchenjahrs, dass im Juni das Albanusfest gefeiert wird.
Am Sonntag ist es wieder so weit. Der Gottesdienst in der Kirche St. Sebastian beginnt um 8.30 Uhr. Bei der Messe erteilt Ortspfarrer Dr. Joseph Moosariet den Segen mit einer Reliquie des heiligen Albanus.
„Die Bruderschaft ist sehr alt und eng mit unserem Ort verbunden“, erklärt Bruderschaftssprecher Michael Koch. Die Gemeinschaft zählt derzeit 241 Mitglieder, die nicht nur aus dem Ort, sondern auch aus Kaufbeuren, Ingolstadt oder Neusäß stammen. Vertreten sind dabei alle Altersgruppen vom Kind bis zum Senior. Fast jeder, der will, kann der Bruderschaft beitreten. Einzige Voraussetzung: Er muss ein getaufter Christ sein und jährlich mindestens einen Euro zahlen. In Zeiten moderner Technik kann man übrigens auch per Internet die Mitgliedschaft beantragen. Ein Rückblick: Die Albanusbruderschaft wurde 1733 im früheren Kloster in Salmannshofen gegründet und 1758 nach Affaltern übertragen. Der heilige Albanus wird in der Region besonders für kranke Kinder als Fürsprecher angerufen.
Deshalb verpflichten sich die Mitglieder der Bruderschaft, für diese Kinder und Jugendlichen zu beten.
In der Kirche in Affaltern gibt es ein spezielles Kästchen, in das Bittsteller einen Zettel mit ihrer Fürbitte werfen können. Dieses Anliegen wird bei der stillen Anbetung der Bruderschaft vorgetragen. Diese Gebetsstunde findet jeden ersten Dienstag im Monat in der Kirche in Affaltern statt.
Auch außerhalb der KIrche aktiv
Die Frage, ob es konkrete Heilungsberichte gibt, will Koch so nicht beantworten. Er weiß aber, dass viele Bittsteller dankbar sind, wenn für ihr Anliegen gebetet wird. „Sie fühlen sich dann nicht allein gelassen und sind froh über den Beistand“, sagt Koch.
Die Bruderschaft ist aber auch außerhalb der Kirchenmauern aktiv. Sie organisierte eine Typisierungsaktion für die Deutsche Knochenmarkspender-Datei oder engagiert sich im Dorfleben. „Da ist nichts besonders Geheimnisvolles dabei“, sagt der Bruderschaftssprecher schmunzelnd.