Von Cordula Homann
Adelsried „Diese Kirche hat es verdient, dass über sie berichtet wird“, sagt Pfarrer Herbert Hermle. In der Sonne strahlt die Barockkirche St. Johannes Baptist, dann leuchtet nicht nur die Fassade, es glänzt auch der sanierte Innenraum.
2005 hatten die ersten Renovierungsarbeiten angefangen, im Sommer 2011 wurde deren Abschluss gefeiert. Dabei hatte es immer wieder neue Überraschungen gegeben. „Der Dachstuhl hing 35 Zentimeter nach Westen“, erinnert sich Kirchenpfleger Franz Brechenmacher. „Als wir damit fertig waren, haben wir uns das Dach der Sakristei angeschaut. Ein Totalschaden.“ Der Kirchenpfleger hat der während der Renovierungsarbeiten „gezwungenermaßen“ einiges über den Bau gelernt. „Trotzdem muss ich so ein Problem nicht noch mal haben“, fügt der Pfarrer hinzu und lächelt. Brechenmacher auch nicht: „Maurer sind ja besonders kritisch“, sagt er und zwinkert. Einer der fleißigen Maurer war schließlich Adelsrieds ehemaliger Bürgermeister und Bauingenieur Ewald Zirch, der zusammen mit einigen weiteren Pensionären beinahe täglich auf der Baustelle war und half. „Dank dieses Einsatzes wurde viel Geld gespart“, betont der Pfarrer.
Die Renovierungsarbeiten haben sich gelohnt, das Gotteshaus ist auch bei jungen Leuten wieder beliebt. „Jetzt wollen immer mehr Menschen hier heiraten, es werden fast zu viele“, sagt Hermle. Als das Gerüst in der Kirche noch stand, wurde es für Hochzeiten mit Girlanden geschmückt, eine Notlösung.
Dank zahlreicher ehrenamtlicher Arbeitsstunden, vieler Spenden vom Dorf und der Vereine und des Engagements des Pfarrgemeinderats, der von Tür zu Tür lief, um Spenden zu sammeln, war die Finanzierung gesichert. „Wir müssen nicht mehr betteln, aber es steht noch einiges aus“, bilanziert Brechenmacher. Die Heizung muss ausgetauscht werden, es wird eine Sitzheizung.
Das Wichtigste aber wäre ein einfacher Zugang zur Kirche, die oberhalb des Ortes liegt und nur via Treppen und über einen steilen Weg erreichbar ist. „Ich bekomme viele Anfragen deswegen. Für Behinderte ist die Kirche nicht erreichbar, auch mit Kinderwagen ist es problematisch“, bedauert der Pfarrer. Eine Lösung sei „leider in weiter Ferne“.