Eigentlich ist alles wie immer: Agnes Rigorth schneidet Schwarzwälder Kirschtorte und Mohnzopf auf, ihr Mann Winfried reicht die Teller über die Theke im Saal unter der evangelischen Gnadenkirche in Adelsried. Brigitte Jehle und Maria Prestel gehen mit Kaffeekannen von Platz zu Platz und füllen die Tassen der rund 30 Gäste aus Adelsried, Bonstetten und Umgebung. Dann stimmt die ganze Gesellschaft einen Kanon für die Geburtstagskinder des Monats März an und Winfried Rigorth erzählt eine heitere, aber auch nachdenkliche Geschichte – so wie all die Jahre vorher.
Doch es ist das letzte Mal, dass der Seniorenclub Adelsried zusammenkommt und die Stimmung ist nicht ganz so heiter wie gewohnt. Agnes, 76, und Winfried Rigorth, 78, haben sich schweren Herzens entschlossen, die Leitung des beliebten Clubs niederzulegen – Nachfolger für diese Aufgabe haben sich aber nicht gefunden.
„Sie hinterlassen sehr große Schuhe“, sagte Pfarrer Hans Georg Strauch in seiner Ansprache an das Ehepaar, das den von Artur Allmendinger gegründeten Club seit 2002 geleitet hat, und illustriert seine Worte mit einem Paar riesiger Clownschuhe, „denn Sie haben diese Einrichtung nicht nur mit viel Energie, sondern auch immer mit Humor geführt.“
Die Geehrten zeigten sich angesichts von viel Lob und Zuwendung gerührt. „Ich bin sprachlos, und das will was heißen“, sagte Winfried Rigorth. In den Schmerz über das Ende des beliebten Seniorenclubs mischte sich schließlich aber auch ein Funken Hoffnung. „Wir denken intensiv über neue Angebote für ältere Menschen nach“, kündigte Pfarrer Strauch an und versprach, alle Gäste des Seniorenclubs demnächst darüber zu informieren. (hwe)