Neusäß Weihnachtliche Klänge, der Duft nach süßem Gebäck und die ersten Schneeflocken. Am letzten Tag des Weihnachtsmarktes in Neusäß passte das Wetter zum adventlichen Ambiente. Viele Gäste nutzten den Endspurt, um sich die Waren in den hübsch geschmückten Buden anzusehen, eine Wurst zu essen oder Glühwein zu trinken.
Von der großen Krippe waren vor allem die Kinder begeistert. Auch die achtjährige Nele Zeebe aus Fischach und ihr elfjähriger Bruder Nils freuten sich, dass es dort auch zwei Schafe gab. Die Geschwister waren mit Mutter Susanne zum ersten Mal auf dem Markt und genossen es sichtlich.
Auch für Natalie Mangold aus Göggingen war es eine Premiere, in Neusäß durch die weihnachtliche Budenstraße zu bummeln. „Der Markt ist schön gemacht, da komme ich gerne mal wieder her“, sagte sie. Ihr Freund Robert Seitz, der einige Jahre in Neusäß wohnte, hatte sie mitgenommen. Robert Seitz ist jedes Jahr auf dem Weihnachtsmarkt, weil er diesen schöner findet, als die anderen. „Hier ist es nicht so voll und es gibt nicht so viele Betrunkene“, so sein Fazit.
Auch Anneliese Hartwig aus Neusäß besucht jedes Jahr den Markt. Ihr gefällt das weihnachtliche Ambiente. „Der Platz ist so klein, mehr geht halt hier nicht rein“, meint sie.
Die Händler fällten am vierten Adventssonntag, dem letzten Tag des Marktes für dieses Jahr, ein gemischtes Urteil. Benjamin Wurm und sein Team leben vor allem von Stammkunden. „Manche halten nur kurz mit dem Auto an, kaufen bei uns fünf Bosna und fahren weiter.“ Insgesamt nähme der Besuch von Jahr zu Jahr ab. „Doch die Stimmung ist immer gut“, sagt er lachend. Gitta Berklmeir findet die Saison „durchwachsen. Dieses Jahr hat es oft am Freitag und am Samstag geregnet. Und mal ehrlich, sind Sie schon in Weihnachtsstimmung?“. Die „lange Adventszeit“ und warme Temperaturen am Anfang des Weihnachtsmarktes seien schlecht für das Geschäft gewesen. Erst jetzt würden die Kunden bei ihr Kerzen aus Honigwachs kaufen. „Daran hat am ersten Advent doch noch keiner gedacht.“ Doch die Standbetreiberin selbst, die auch Bienenkosmetika verkauft, ist immer noch nicht in Weihnachtsstimmung. „Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass es nächste Woche schon so weit ist.“
Christine Rösch aus Neusäß ist zum ersten Mal mit ihren handgewickelten Glasperlen dabei. „Ich habe ein gutes Geschäft gemacht, die Leute sind freundlich, die Arbeit macht Spaß“, freut sie sich. „Außer, dass es so kalt ist“, meint eine Kundin. „Das gehört doch so“, antwortet die Kunsthandwerkerin lachend. Auch Sybille Frisch-Lerf des Neusässer Unternehmens SFL-Beauty schaut sich gerade am Glasperlen-Stand um, während ihr Mann ihren eigenen Stand mit wandelbaren Handtaschen betreut. „Viele Kunden vom Weihnachtsmarkt kommen dann unter der Woche zum mir um die Ecke ins Geschäft, das ist ein großer Vorteil.“ Auch Christine Rösch hat schon 200 Visitenkarten weitergegeben, so groß sei das Interesse. Auf die Frage, wovon sich die Beiden in all der Zeit ernährten, kommt eine klare Antwort: „Gestern Bratwürstl, heute Schupfnudeln, zwischendurch eine Schokobanane und Tee und wenn’s zu viel wurde, gibt’s Schnaps“, gibt die Kunsthandwerkerin schmunzelnd zu. Sie ernähre sich eben vom Angebot der „Ortsansässigen“. „Genau so machen wir das“, stimmt Frisch-Lerf zu, „wir wechseln hier durch.“ Auch die Handtaschen-Verkäuferin ist mit ihrem Geschäft sehr zufrieden. Christine Rösch findet es schade, dass seit gestern alles vorbei ist. „Jetzt freue ich mich auf den Urlaub. Aber in zwei Wochen fehlt mir das hier schon wieder.“ (elhö, corh)