Der Bierpreis sei hierzulande eine sensible Sache – das sagt Leopold Schwarz, Inhaber der Brauerei Schwarzbräu aus Zusmarshausen. Nichtsdestotrotz müsse dieser von Zeit zu Zeit erhöht werden. Im November des vergangenen Jahres hatte die Brauerei ihre Preise erstmals nach vier Jahren wieder erhöht. Eine große Kiste Bier kostet jetzt einen Euro mehr als zuvor, eine kleine etwa 60 Cent.
Energie und Rohstoffe teurer geworden
Nach den Gründen gefragt, verweist Schwarz auf die Energiepreise: „Es ist irre, wie die angestiegen sind.“ Auch Rohstoffe, ganz besonders das Orangensaft-Konzentrat, Metall, Etiketten sowie Papier sind teurer und Personalkosten steigen – allein durch Rationalisierung sei das auf Dauer nicht abzufangen. Die Kunden würden das verstehen, sagt Schwarz. „Sie wissen, dass die Dinge teurer werden.“ Schwarz hat allerdings kein Verständnis dafür, dass es immer weniger Anbauflächen für Lebensmittel in Deutschland gibt und von Seiten der Politik behauptet werde, das habe nichts mit den steigenden Rohstoffpreisen zu tun. Er sieht dort klaren Handlungsbedarf.
Mehrere Jahre sind die Preise unverändert geblieben
Auch die Brauerei Ustersbach hat in diesem Frühjahr ihre Preise erhöht. Sowohl nicht-alkoholische Getränke wie auch das Biersortiment ist um 30 bis 50 Cent teurer geworden. Wie viel der Verbraucher am Ende für sein Bier oder seine Limo zahlt, lasse sich nicht exakt sagen: Das hängt von Verträgen und Endverkäufern ab, erklärt Sprecherin Stephanie Schmid.
Die letzte Preiserhöhung der Ustersbacher Brauerei liege ebenfalls vier Jahre zurück. Die Kosten für Malz, Energie, Etikette, Verschlüsse und vor allem Zucker seien in der Vergangenheit so stark gestiegen, dass sie nicht mehr durch Investitionen in energiesparende Technologien und moderne Anlagen abgefedert werden könnten, teilt das Unternehmen mit.
Ähnlich verhält es sich bei der Brauerei Rapp in Kutzenhausen, die bereits im vergangenen Jahr mit den Preisen nach oben gegangen ist. Die Kostensteigerung von Diesel und Energie sei die Hauptursache dafür gewesen, sagt Inhaber Georg Rapp.
Biergartensaison bleibt verschont
Die Gessertshauser Brauerei Schimpfle verkauft eigenen Angaben zufolge seit dem 1. April seine Biermarke „Löschzwerg“ für 11,99 Euro anstatt bisher 10,99 Euro pro Kasten. Inhaber Thomas Schimpfle erklärt, dass der Löschzwerg die mit Abstand stärkste Marke seiner Brauerei sei. Die Preiserhöhung habe zum einen in der Absicht stattgefunden, die Marke im Hochpreis-Segment anzusiedeln. „Der Löschzwerg ist eine besondere Bierspezialität, den wir bewusst absetzen wollen.“ Zum anderen haben ebenfalls Kostensteigerungen, unter anderem im Bereich Energie und Personal, zu diesem Schritt geführt. Da die Brauerei mit dem Löschzwerg das Kerngeschäft bestreite, sei eine Preiserhöhung bei den übrigen Produkten, etwa dem Zech- und dem Schimpfle-Bier, zunächst nicht notwendig. Schimpfle geht davon aus, dass sein junges Löschzwerg-Käuferpublikum Verständnis hat für die Verteuerung – die Qualität und die besondere Brauweise rechtfertige das. Reaktionen auf die Preiserhöhung gebe es bisher allerdings noch nicht.
Wie lange der Bierpreis im Landkreis dieses Mal stabil bleiben wird, mag keine der Brauereien vorher sagen. Die eben erst begonnene Biergartensaison zumindest dürfte von weiteren Preiserhöhungen verschont bleiben.