Welden Nach einem Autounfall bei Ehgatten (Gemeinde Welden) ist am Samstagabend ein 19-Jähriger aus dem westlichen Landkreis noch an der Unglücksstelle gestorben. Seine 19-Jährige Beifahrerin kam schwer verletzt ins Klinikum, ebenso der auch erst 19 Jahre alte Fahrer des Autos, den der Wagen des Toten gerammt hatte.
Nach Angaben der Polizei war das Auto mit den beiden jungen Leuten an Bord am Samstag gegen 20.45 Uhr von Welden in Richtung Adelsried unterwegs. Am Ende einer Linkskurve kurz vor Ehgatten kam der Wagen aus ungeklärter Ursache nach rechts von der Straße ab. Der junge Fahrer lenkte offenbar kräftig gegen und sein Pkw geriet auf die andere Straßenseite. Dort kam genau in diesem Moment ein anderes Auto entgegen. Dessen 19-jähriger Fahrer versuchte vergeblich, auszuweichen. Sein Wagen bohrte sich förmlich in die Fahrerseite des anderen Autos.
Polizisten und Rettungskräften bot sich nach den Worten eines Feuerwehrmannes ein „absolut schreckliches Bild“. Die Leiche des mutmaßlichen Unfallverursachers musste mit einer Rettungsschere aus dem völlig zerstörten Auto geschnitten werden. Seine Begleiterin hatte sich – obwohl schwer verletzt – noch selbst aus den Trümmern des Wagens befreien können. Auch der Fahrer des anderen Wagens konnte offenbar selbst aussteigen. Sein Auto war nach dem Zusammenprall im Straßengraben gelandet und blieb dort auf dem Dach liegen. Rund 50 Feuerwehrleute aus Welden und Adelsried waren über fünf Stunden im Einsatz, bis die Unfallstelle geräumt war. So lange blieb die Straße gesperrt.
Der 19-Jährige ist heuer bereits der dritte Tote nach einem Verkehrsunfall im Bereich der Polizeiinspektion Zusmarshausen und er ist ein weiterer junger Fahranafänger, der stirbt. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Verkehrsmedizin haben Fahranfänger unter 25 Jahren ein achtmal höheres Risiko, einen Unfall am Steuer zu verursachen, als erfahrene Fahrzeuglenker zwischen 25 und 65. Laut Deutschem Verkehrssicherheitsrat ist fast jeder dritte Autofahrer, der bei einem Unfall stirbt, unter 25. Tödliche Unfälle im Straßenverkehr seien Todesursache Nummer eins bei 18- bis 25-Jährigen.
Warum junge Autofahrer besonders gefährdet sind
Experten nennen dafür einige Gründe: So fehle es Fahranfängern oft an der Routine, um Situationen richtig einschätzen zu können. Junge Leute seien nicht nur viel unterwegs, sie überschätzten auch oft ihr Können am Steuer und würden zu riskant fahren. Immer wieder seien Alkohol und Drogen im Spiel.
Im Falle des tödlichen Unfalls vom Samstag gibt es laut Polizei allerdings keinen Anhaltspunkt dafür, dass die Autofahrer etwas getrunken hatten. Auch eine weitere „klassische“ Unfallursache scheidet offenbar aus: ein Handytelefonat. Das Mobiltelefon wurde nach Informationen unserer Zeitung in der Hosentasche des Toten gefunden. Jetzt soll ein Unfallgutachter weitere Aufschlüsse liefern.