Startseite
Icon Pfeil nach unten
Augsburg Land
Icon Pfeil nach unten
Gersthofen
Icon Pfeil nach unten

Wirtschaft: Gersthofen bekommt eine neue Fabrik

Wirtschaft

Gersthofen bekommt eine neue Fabrik

  • |
  • |
  • |
    Gersthofen bekommt eine neue Fabrik
    Gersthofen bekommt eine neue Fabrik

    Gersthofen/Kutzenhausen Gersthofen hat das Rennen gemacht. Der Diedorfer Automobilzulieferer Borscheid+Wenig wird im Gewerbegebiet Südwest seinen zweiten Produktionsstandort erstellen (siehe Grafik). Das hat das Unternehmen gestern Nachmittag in einer Pressemitteilung bekannt gegeben. Wie aus der Mitteilung weiter hervorgeht, stand diese Entscheidung schon vor dem Bürgerentscheid am vergangenen Sonntag in Kutzenhausen fest. Man habe aber dessen Ablauf nicht stören wollen, so die Mitteilung. Für die unternehmerische Entwicklung habe aber am Standort Kutzenhausen keine Planungssicherheit mehr bestanden, seit das Bürgerbegehren gestartet war. Das war bereits Anfang April gewesen.

    Die jetzige Entscheidung für Gersthofen sei nach intensiver Verhandlung mit mehreren Kommunen einstimmig in der Geschäftsleitung gefallen. Dort könne der zweite Standort, der für die unternehmerische Entwicklung so wichtig sei, zügig und im gesteckten Zeitrahmen umgesetzt werden.

    In einem Gespräch mit der Augsburger Allgemeinen hatte der technische Geschäftsführer Carlo Wenig im Vorfeld des Bürgerentscheids vom Sonntag betont, dass der Spatenstich auf jeden Fall am 1. August stattfinden solle. Die bestehende Fabrik des Automobilzulieferers in Diedorf platzt wegen der guten Auftragslage aus allen Nähten. Zunächst hatte das Unternehmen in Jettingen-Scheppach (Landkreis Günzburg) erweitern wollen, dann aber nach Kutzenhausen geblickt.

    Dort aber gab es Widerstand gegen das Gewerbegebiet im Ortsteil Maingründel. Eine Allianz aus Anwohnern, Naturschützern und Bauern erzwang einen Bürgerentscheid, bei dem sie am Sonntag aber deutlich unterlag. 70 Prozent der Wähler sprachen sich für das Gewerbegebiet aus. Doch da war die Entscheidung gegen Kutzenhausen offenbar bereits gefallen. Das Bürgerbegehren habe zu einer „nicht tragbaren unternehmerischen Unsicherheit geführt“, ließ Wenig gestern verlauten.

    Völlig überrascht und zugleich entsetzt reagierte gestern Franz Bossek, der Initiator des Begehrens. Auf der einen Seite freue es ihn, dass das Gewebegebiet nun zunächst eine Wiese bleibe. Andererseits sei er „entsetzt über diesen Politikstil. Alle, die für das Gewerbegebiet gestimmt haben, wurden hinters Licht geführt.“ Kutzenhausens Bürgermeisterin Silvia Kugelmann warf er vor, nur mit „Luftblasen“ für das Gebiet geworben zu haben. Mit Borscheid+Wenig sei das einzige konkrete Projekt weggebrochen. Kugelmann war gestern nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

    Gersthofens Bürgermeister Jürgen Schantin erfuhr die Nachricht durch einen Anruf unserer Zeitung. „Ich freue mich sehr.“ Die Stadt habe sich mit Nachfragen bei dem Unternehmen zurückgehalten. „Das gebietet mir das Taktgefühl, denn die ganzen Parameter einer Ansiedlung in Gersthofen waren besprochen.“ Über die Konditionen schweigt der Bürgermeister. In der Vergangenheit war allerdings schon mal von Quadratmeterpreisen in Höhe von 130 Euro die Rede.

    Eine Nachricht von Borscheid+ Wenig habe er im Laufe der Woche erwartet – vorsichtig optimistisch: „Es waren Anzeichen zu erkennen, dass sich die Firmenleitung ernsthafter mit Gersthofen auseinandersetzt“, so Schantin.

    „Wir haben ein ideales Grundstück, auf dem sich das Vorhaben eins zu eins so umsetzen lässt, wie es auch für Maingründel geplant war.“ Das Areal sei für produzierendes Gewerbe ausgelegt. „Solche idealen Grundstücke gibt es nicht mehr viele im Landkreis Augsburg.“

    Auch wenn er an die gute Nachricht erst glauben will, „wenn die Tinte unter dem Notarvertrag getrocknet ist“, ist er zuversichtlich, dass das Genehmigungsverfahren beim Landratsamt schnell abläuft. Schantin geht davon aus, dass der erste Spatenstich noch im Sommer stattfinden kann. "Kommentar

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein
    Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden