Gessertshausen Wenn ein Bürger ins Rathaus geht, dann will er in der Regel zum Bürgermeister; er will fundierte Informationen oder sich gar beschweren. Wenn es um knifflige Rechtsauskünfte geht, dann ist in der Regel der Hauptamtsleiter gefragt. Seit Mai vergangenen Jahres ist Wolfgang Dietz der neue Leiter der Geschäftsstelle im Rathaus Gessertshausen.
Das Aufgabengebiet des 30-Jährigen, der in Friedberg geboren wurde, in Diedorf aufgewachsen ist und in Waldberg wohnt, ist breit gefächert. Als „Diener zweier Herren“ ist Dietz nämlich nicht nur für die Gemeinde Gessertshausen zuständig. Auch Ustersbach gehört zu seinem Aufgabenbereich, weil die beiden Gemeinden eine Verwaltungsgemeinschaft bilden.
Doch seine beiden Chefs, Gessertshausens Bürgermeisterin Claudia Schuster und Bürgermeister Max Stumböck aus Ustersbach, unterstützen den jungen Mann nach Kräften. „Die Zusammenarbeit mit beiden klappt sehr gut“, freut sich Dietz. Für eine große Einarbeitung blieb ihm nämlich keine Zeit, sein Amtsvorgänger Claus Gorsch konnte ihm wegen Erkrankung nicht zur Seite stehen.
Nach einer gewissen Orientierungsphase hat Wolfgang Dietz nun behutsam eine Neustrukturierung in Angriff genommen. Vor allem die allgemeine Verwaltung und die Finanzverwaltung, aber auch das Verkehrswesen, Schule und Kindergarten und die vielen administrativen Aufgaben, die tagtäglich auf seinem Schreibtisch landen, machen ihm Freude. Hier gebe es sehr viele Gestaltungsmöglichkeiten. Sein großes Ziel sei es, die Arbeit der beiden Bürgermeister fachlich zu unterstützen. „Jeder Tag bringt Überraschungen, man ist geistig gefordert, nach neuen Problemlösung zu suchen – und das macht die Arbeit so spannend und vielseitig“, sagt Dietz. Auch als Standesbeamter ist er gelegentlich im Einsatz.
Zurzeit beschäftigt den Geschäftsleiter die demografische Entwicklung der Mitarbeiter innerhalb der Verwaltungsgemeinschaft für Gessertshausen und Ustersbach. Seit den 1980er Jahren gab es keinen Auszubildenden im Rathaus, das soll sich im September ändern. „Wir brauchen eine zukunftsfähige Verwaltung. Der Altersdurchschnitt der Mitarbeiter liegt bei etwa 50 Jahren, deshalb brauchen wir langfristig kompetente Mitarbeiter.“
Erfahrungen in Sachen Kommunalverwaltung hat der Diplom-Verwaltungswirt, der die Fachhochschule in Hof absolviert hat, unter anderem in München als Anwärter und ab 2007 beim Landratsamt Augsburg als Rechtsmittelsachbearbeiter gesammelt. Dann hat er sich auf den Posten des Geschäftsleiters in Gessertshausen beworben. Dadurch ist er seiner Heimat wieder näher gekommen. Denn in Waldberg, wo die Eltern eine Gaststätte betreiben, baut Wolfgang Dietz seit 2009 mit seiner Lebensgefährtin ein Haus in Eigenregie. „Jedes Wochenende wird irgendwo gebaut, wir haben schon tonnenweise Steine geschleppt“, erzählt Wolfgang Dietz. Und wenn Not am Mann ist, hilft er noch im elterlichen Betrieb aus, denn das soziale Umfeld dürfe auch nicht vernachlässigt werden.
Doch hin und wieder zieht es Wolfgang Dietz in die große weite Welt. Er hat Freunde in den USA – genauer gesagt in Idaho. Mehrwöchige Rundreisen quer durch das Land und abseits der üblichen Touristenpfade machen ihm nicht nur Spaß; „Es erweitert auch den Horizont und sensibilisiert für die Probleme vor den eigenen Haustür“, so Dietz.