Montag, 22. Januar 2018

27. Juni 2011 17:36 Uhr

„Aktenzeichen XY ungelöst“

Krimi in der Staudenbahn

Die Zugstrecke der Staudenbahn war die Kulisse eines Films für „Aktenzeichen XY ungelöst“: Ein 30-Jähriger überwältigt einen Mann mit Messer und wird für seine Courage ausgezeichnet.

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Die entscheidende Szene. Damir Simic (im Blaumann) hat den Täter im Schwitzkasten. Er hat das Opfer (links, im Anzug) gerettet. Der Kameramann hält drauf.
Foto: Daniela Deeg

Die Schienen quietschen, als die blaue Lok zum Stehen kommt. Damir Simic schaut sich um, seine Stirn liegt in Falten. Zwei Mädchen und ein Mann steigen ein. Zögerlich geht Simic zu den Türen. „Danke aus!“ schreit eine Frauenstimme. „Das machen wir noch mal!“ Der Regisseur und der Kameramann drehen mit der Produktionsfirma Securitel für die ZDF-Serie „Aktenzeichen XY ungelöst“. Diesmal in der Staudenbahn und an den Bahnhöfen zwischen Fischach und Markt Wald.

Die Geschichte soll möglichst authentisch sein

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Damir Simic ist der Held des Films. Er ist für die Zivilcourage-Auszeichnung, den „XY-Preis“, nominiert. Immer wieder kommt der Regisseur und fragt, was genau passiert ist an jenem Abend. Es soll möglichst authentisch sein: Im März 2010 überwältigte der 30-jährige Familienvater in einem Regionalzug bei Tübingen einen Mann, der einen Fahrgast mit einem Messer bedroht hatte. „Darauf bin ich stolz“, sagt Simic.

Regisseur und Kameramann erklären Simic, nur kurz in die Kamera zu schauen und dann einzusteigen. Wieder wird es hektisch am Bahnsteig in Anhofen bei Markt Wald. „Achtung wir drehen“, ruft eine blonde Frau mit Walki-Talki in der Hand. „Kamera läuft und bitte!“

Weil die Strecke selten befahren ist, bietet sich die Staudenbahn für solche Projekte an. „Wir brauchten einen Zug in einer ländlichen Gegend, der hin- und herfahren kann“, erklärt Marcus Bendel, der für den Film zuständige Redakteur, warum sie in die Stauden gekommen sind.

Für Hubert Teichmann, Geschäftsführer der Staudenbahn hat die Zusammenarbeit viele Vorteile: „Für uns ist das eine nette, lukrative Geschichte“, sagt er. Und die Bahn sei im Bewusstsein der Leute. „Unser Ziel ist, dass wir wieder täglich nach Langenneufnach fahren“, verrät Teichmann. Außerdem hätten auch Region und Drehteam etwas davon: In den Stauden rühre sich wieder etwas und das Drehteam könne auf die Mittelneufnacher zurückgreifen: „Das sind alles heimliche Schauspieler“, fügt Teichmann augenzwinkernd hinzu. Schließlich wurden hier schon andere Krimis und der Film „Xaver und sein außerirdischer Freund“ gedreht.

Einen Tag drehen für fünf Minuten Film

Erst am Mittwoch hatte die 18 Jahre alte Magdalena Müller über den Theaterverein Mittelneufnach erfahren, dass Leute gesucht werden, die Fahrgäste spielen.

Vorab wurde geklärt, welche Kleidung sie tragen darf. 60 Euro gibt es für den Tag. „Es ist sehr interessant. Auch wenn man viel warten muss“, sagt sie. Mitmachen würde sie trotzdem noch mal. Einen ganzen Tag dreht das etwa 30-köpfige Filmteam für den Fünf-Minuten-Beitrag, der voraussichtlich im August bei „Aktenzeichen XY“ ausgestrahlt wird. Redakteur Bendel ist zufrieden: „Ich könnte mir vorstellen, dass man hier noch mal was macht.“

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