Diedorf Alkohol ist in unserer Gesellschaft ein beliebtes und weitverbreitetes Genussmittel. In geringen Mengen genossen wirkt Alkohol anregend, stimmungssteigernd und hebt das Selbstwertgefühl. Aber Alkohol ist auch eine legale Alltags- und Rauschdroge, von der schätzungsweise 1,3 Millionen Menschen in Deutschland abhängig sind. Vor allem bei Jugendlichen wird seit Jahren ein steigender Alkoholkonsum beobachtet.
Die Mittelschule Diedorf hat nun für die achten Klassen im Rahmen des Physik-, Chemie- und Biologieunterrichts (PCB-Unterricht) eine Projektwoche zum Thema „Alkoholprävention“, einer stoffgebundenen Sucht, abgehalten. Aber auch die sogenannten stoffungebundenen Drogen wie Mager-, Esssucht, Heroin- und Spielsucht spielen bei Jugendlichen eine immer größere Rolle.
Die beiden Sozialpädagogen Stefanie Rall und Robert Walser erarbeiteten mit den Schülern intensiv das Problem Alkohol. Auch die persönlichen Erfahrungen der jungen Leute wurden im Unterricht diskutiert. Denn obwohl die 13- bis 16-jährigen Jugendlichen laut Gesetz noch keinen Alkohol trinken dürfen, haben sicherlich einige bei Geburtstagsfeiern und bei Wochenendfeten Bier, Alcopops und andere Drinks konsumiert.
Als Außenseiter abgestempelt
„Komasaufen“ oder „Kampftrinken“ sind Begriffe, die inzwischen bei etlichen Jugendlichen zum Vokabular gehören. „Die Jugendlichen wollen cool wirken, wollen mit zur Gruppe gehören und nicht als Außenseiter abgestempelt werden“, wissen die beiden Sozialpädagogen. Doch welche fatalen Folgen Alkoholkonsum hat, wissen die wenigsten Jugendlichen. Genau da setzten die Sozialpädagogen an. Nicht nur, dass zwei Mitglieder der Selbsthilfegruppe „Anonyme Alkoholiker“ als Referenten eingeladen waren und aus ihrer Sicht das Problem Alkohol thematisierten. Nicht immer sind es nämlich gravierende Probleme wie Stress, Trauer oder Krankheit, die Menschen zur Flasche greifen lassen. Manche sind „einfach nur reingerutscht“; erst war es Genusstrinken, später kam der Zwang zum Alkohol hinzu, Beruf und Familie spielten irgendwann eine untergeordnete Rolle. Diese Erfahrungsberichte haben die Schüler tief beeindruckt, glauben Stefanie Rall und Robert Walser.
Auswirkung auf die Gesundheit
Auch die gesundheitlichen Folgen übermäßigen Alkoholkonsums wurden den Jugendlichen vor Augen geführt. Denn „zu viel Alkohol macht dumm, fett, unattraktiv und impotent“ – wie es so treffend auf einem Plakat der begleitenden Ausstellung steht, ist für Jugendliche wahrlich kein erstrebenswertes Ziel. Die von der Landeszentrale für Gesundheit in Bayern zum Thema „NA TOLL! – Alkohol und Jugendliche“ initiierte Schau zeigt anhand prägnanter Schlagworte wie Alkohol wirkt, welche langfristigen gesundheitlichen Schäden daraus resultieren – und wie man rechtzeitig die Bremse ziehen kann. Und dazu braucht es auch „mehr Mut zum Nein zum Alkohol“. (mon)