Welden Als gern gesehener Gast gestaltet das Collegium Musicale Vesperbild traditionell im Mai in der Votivkirche St. Thekla in Welden ein hochkarätiges Konzertprogramm zugunsten der Schwestern des Karmelitinnenklosters. So konnten die Besucher sich wieder über kammermusikalische Kostbarkeiten, dargebracht von Mitgliedern und Gästen des Ensembles, erfreuen.
Mit kleinen Stücken für Blockflöte des niederländischen Komponisten und Spezialisten für Holzblasinstrumente, Joannes Colette, führte Johanna Eber in das Programm ein. In Reminiszenz an frühere Epochen, nimmt der Komponist in seinen Werken, die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhundert entstanden, musikalische Formen des Barock, wie die bewegte Giga, wieder auf. Auch wenn die darauf folgende Motette „Sub tuum praesidium“ wohl kein Original von Wolfgang Amadé Mozart ist, sondern, wie die neuere Musikwissenschaft annimmt, aus der Feder eines unbekannten Komponisten stammt, bleibt es mit seiner reichen italienisch anmutenden Melodik ein kleines Meisterwerk.
Stephanie M.-L. Bornschlegl (Sopran), Susanne Seidl (Mezzosopran), Christine März und Margit Sartor (Violine), Josef Seidl (Viola), Heinz Walch (Violoncello), Josef Seidl jun. (Contrabass) und Anke Walch (Cembalo) setzten es ansprechend gestaltet musikalisch um. Unter den vorgestellten Komponisten dominierte jedoch der nun folgende Felix Mendelssohn-Bartholdy, von dem alle weiteren Werke des Programms stammten. In seiner Virtuosität für den Konzertsaal geeignet und dennoch mit der Intimität eines persönlichen Gebets versehen, wies das Marienantiphon „Ave Maris stella“ in seiner Dreiteiligkeit einen vollendeten Spannungsbogen auf. Nach lyrisch zurückgenommenem Beginn gewinnt das Werk im zweiten Teil an aufwühlender Dramatik und erfährt eine emotionale Steigerung im Duktus der romantischen Tonsprache, bevor es im dritten Teil im Stile einer Da-capo-Arie zum sanft getragenen Ausgangspunkt zurückfindet. Mit variablem Sopran, der den Kirchenraum mit Schönklang füllte, konnte Stephanie M.-L. Bornschlegl dabei besonders überzeugen.
Engagiertes Spiel nicht nur in a-Moll
Engagiertes Spiel brachten die Musiker bei Mendelssohn-Bartholdys technisch und musikalisch anspruchsvollem „Quartett a-moll“ zu Gehör. Bereits im Alter von 18 Jahren komponiert, schaffte der Komponist, der sich am späten Beethoven orientierte, damit ein vollgültiges Werk. Zwischen aufwühlender Bewegtheit und aufgehellten Momenten der Leichtigkeit entwickelte sich ein emotionales Wechselspiel, das im aufwallenden Tremolo des Presto seinen Höhepunkt erreichte und im abschließenden Adagio zur zyklischen Geschlossenheit fand. Das Publikum dankte mit lang anhaltendem Applaus.