Schützenswerter Baum in Gersthofen wird gefällt

Gersthofen Aus Alt mach Neu: Bei Bauarbeiten in Gersthofen muss für ein neues Wohngebäude an der Pestlozzi-/Mendelssohnstraße auch eine alte Pappel gefällt werden. Elena Moor aus der Johann-Strauß-Straße kann das nicht fassen: „Dieser Baum ist so wunderschön.“ Und gerade in Gersthofen, wo sehr viel Boden versiegelt ist, sei jeder Baum schützenswert und wichtig für gute Luft, findet sie.
Wie berichtet, werden an der Pestalozzi-/Mendelssohnstraße in Gersthofen zwei Wohnblöcke mit insgesamt 15 Appartements abgerissen. Sie gehören der Wohnungsbaugesellschaft für den Landkreis Augsburg (WBL). Eine Sanierung hat sich als nicht mehr wirtschaftlich erwiesen. Doch das Areal, das die WBL inzwischen von der Stadt Gersthofen gekauft hat, soll nicht brach liegen. So wird nach dem Abriss des Altbestands ein neues Gebäude errichtet, in dem 18 Wohnungen untergebracht sind. Statt eines Garagenhofs entsteht eine Tiefgarage mit insgesamt 27 Stellplätzen.
Im Bebauungsplan als erhaltenswert dargestellt
Genau am Rande dieses Garagenhofs steht die Pappel. „Der Baum ist im Bebauungsplan als erhaltenswert dargestellt“, sagt Gersthofens Stadtbaumeister Thomas Berger. „Allerdings hat der Bauausschuss im Genehmigungsverfahren die Zustimmung zur Fällung gegeben.“ Er stellte aber Ersatzpflanzungen zur Bedingung.
Berger: „Es ist bei solchen Bauvorhaben schwer abzusehen, ob das Wurzelwerk eines Baumes beim Bau der Tiefgarage beziehungsweise der Fundamente verletzt wird.“ In diesem Fall sei der Baum gegebenenfalls gefährdet.
Die Stadt Gersthofen hat, ähnlich wie die Städte Neusäß und Stadtbergen, keine Baumschutzverordnung, die solche Bäume sichert. Ein solches Regelwerk habe aber auch seine Nachteile, findet der Stadtbaumeister. Denn da würden mitunter Bäume gefällt, bevor sie groß genug werden, um unter die Verordnung zu fallen. „Da haben sie oftmals gar keine Chance.“ Berger hält daher ein Vorgehen mit Augenmaß für sinnvoller.
Dieser Argumentation möchte Elena Moor nicht folgen: „Der Baum ist etwas Besonderes.“ Eine Ersatzpflanzung sei kein Ausgleich: „Das ist schade. Es dauert viele Jahre, bis ein neuer Baum diese wichtige Funktion für die Umwelt erreicht, welche diese Pappel jetzt hat.“ (lig)
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