Fischach Wie man einen Teil einer Schule praktisch bei laufendem Betrieb abreißt, eine integrierte Küche stehen lässt und gleichzeitig einen funktionsfähigen Neubau errichtet, das wird gerade in Fischach ausprobiert. In den kommenden Wochen soll es endlich losgehen mit dem Neubau. Der Strohmayrbau, der älteste Teil der Schule aus den Fünfzigerjahren, wird dafür weichen. Er wird in den jetzt beginnenden Pfingstferien abgerissen. Hier waren in der Anfangszeit acht Klassen untergebracht – das war damals die Fischacher Schule. Inzwischen wird der Bau hauptsächlich von der Mittagsbetreuung genutzt, die Schullehrküche schließt sich an, und auch der Musiksaal ist hier untergebracht.
Doch ausreichend war das Raumangebot schon seit Langem nicht mehr, so Johann Dürr, Leiter der Grund- und Mittelschule Fischach/Langenneufnach. So essen die Kinder der Mittagsbetreuung derweil in der Staudenlandhalle. Im neuen Teil der Schule sollen einmal ein neuer Musiksaal, die Mensa mit Essensausgabe und eine Schullehrküche im Erdgeschoss untergebracht sein, im Obergeschoss sollen dann zwei Gruppen der Mittagsbetreuung ausreichend Platz finden. Die Pläne lassen außerdem eine Erweiterung um zwei Klassenzimmer im Obergeschoss zu, erklärt Marktbaumeister Roland Bröll die Pläne. „Diese Erweiterung bedeutet eine ganze Menge für uns“, so Johann Dürr, der seit einiger Zeit bereits mit einem Klassenzimmercontainer, auch Pavillon genannt, jonglieren muss.
Für die Bauzeit jedoch wird die Situation noch enger. Schon jetzt sind vier zusätzliche Container auf dem Schulhof aufgestellt, in den Tagen und Wochen vor den Pfingstferien sind die Kinder aus dem Strohmayrbau dorthin umgezogen. Eine Gruppe der Mittagsbetreuung wird hier untergebracht, eine andere in der Turnhalle. Dort ist ein Teil auch als Lager abgeteilt. Was freilich das nächste Problem mit sich bringt, wo denn nun der Sportunterricht stattfinden soll. Hier gebe es zum Glück Ausweichmöglichkeiten im Schwimmbad und in der benachbarten Staudenlandhalle, so Dürr.
Auf dem Pausenhof stehen zeitweilig Schulpavillons
Unterdessen denkt die Schulfamilie noch darüber nach, wo denn nun die Grundschulkinder ihre Pausen verbringen sollen – denn die Bauzeit wird den Rest dieses Schuljahres und das komplette nächste Schuljahr beanspruchen, so Roland Bröll. Auf dem eigentlichen Pausenhof stehen ja jetzt die Schulpavillons. „Wir haben noch keine endgültige Idee, wie die Pausen der Grundschüler aussehen werden“, gibt Schulleiter Johann Dürr zu.
Wenn jetzt der Strohmayrbau abgerissen wird, gilt es für die Planer noch eine besondere Schwierigkeit zu meistern: Die Schullehrküche, als Riegel an den alten Bau angesetzt, soll zunächst erhalten bleiben, damit auch im nächsten Jahr Hauswirtschaftsunterricht stattfinden kann. Roland Bröll erklärt, dass nach dem Abriss des Baus die Küche wieder neu angeschlossen werden muss. Bereits im Juli soll mit dem Rohbau begonnen werden. Der Abschluss der Bauarbeiten und der Einzug der Klassen sind bereits für Beginn des Schuljahres 2013/14 geplant. Bis dahin soll dann auch die alte Küche verschwunden sein.
Abgeschlossen sind die Bauarbeiten an der Fischacher Schule dann aber immer noch nicht. Die Außenanlagen müssen anschließend hergerichtet werden, erinnert der Marktbaumeister. Auch die Anfahrt der Busse ist noch nicht geregelt. Bislang halten sie dort, wo genügend Platz ist, einen ausreichenden, eigenen Bussteig gibt es aber nicht. „Da suchen wir noch nach einer vernünftigen Lösung“, so Roland Bröll.