Freitag, 19. Januar 2018

11. April 2016 05:52 Uhr

Neusäß

Slalom auf dem Weldenbahnweg

Welche brenzligen Situationen Fußgänger und Radler sonntags auf der Trasse erleben Von und Angela David und Florian Eisele

i

Gerade am Sonntag ist viel los auf dem Weldenbahnradweg, so wie gestern hier bei Hammel. Fußgänger und Radler müssen aneinander vorbei.

Es war ein kurzer Moment der Unachtsamkeit, der für eine 61-jährige Frau schmerzhaft endete: Vor einer Woche war sie mit ihrem Mann am Sonntagnachmittag auf dem dicht bevölkerten Weldenbahnradweg bei Horgau unterwegs. Auf Höhe eines Waldcafés krachte die Frau mit einem Rennradfahrer zusammen. Der 56-Jährige versuchte laut Polizei zwar noch, abzubremsen. Sein Rad überschlug sich und er krachte gegen die Frau. Beide wurden verletzt und mussten ins Krankenhaus gebracht werden.

Der Weldenbahnradweg, der von Neusäß bis Welden führt, ist beliebt bei Spaziergängern, Joggern, Hundebesitzern, Inline-Skatern und Radfahrern. Früher war hier das Bähnle auf den rund 20 Kilometern durch Wald und Wiesen unterwegs. Auch am gestrigen Sonntag nutzten viele den Damm für einen Ausflug. Eine von ihnen ist Annika Schinzel, die mit Familie und Freunden bei Hammel/Ottmarshausen spazieren geht. Mit dabei sind zwei Kinderwagen und ein Hund. „Man muss schon sehr aufpassen“, sagt die junge Mutter. Viele Radler seien sehr schnell unterwegs. Einige würden sogar schimpfen, wenn sie als Spaziergänger mit Kinderwagen im Weg seien, erzählt Annika Schinzel. Sie findet so ein Verhalten „dreist“. Ein Sonntagsspaziergang mit Kind und Hund sei „manchmal schwierig“. Maik Eisert, der ebenfalls mit seinem Hund spaziergen geht, stellt auch fest, dass manche Radler zu schnell unterwegs sind. Man müsse als Fußgänger stets aufmerksam sein und alle sollten „halt schauen“.

ANZEIGE

Edith Schulik ist fast jeden Tag auf dem Weldenbahnweg zu Fuß unterwegs. „Meistens klappt es, doch einmal bin ich schon fast von einem Radler überfahren worden,“ erzählt sie. Sie sei gerade noch rechtzeitig zur Seite gesprungen, sonst hätte sie der von hinten kommende junge Mann erwischt. Dies sei aber der einzige Vorfall gewesen.

Erfahrungen besonderer Art macht Mario Bez. Er fährt auf dem Damm gerne mit dem Einrad. „Meistens funktioniert hier alles prima“, erzählt er. Ihn stört nur, wenn Rennradler mit hohem Tempo auf dem Weg entlangbrausen. Für diese Sportler gebe es doch genug andere Alternativen für ihre Touren, findet Bez, der selbst gerne Rennrad fährt.

Trotz mancher Konflikte, ein Unfallschwerpunkt ist der Weldenbahnradweg nicht. Darin sind sich sowohl die Polizeiinspektionen aus Zusmarshausen als auch aus Gersthofen einig. Bernhard Heimann, der Chef der Zusmarshauser Polizei, sagt: „Der Unfall bei Horgau war der erste schadensträchtige Fall seit langer Zeit.“ Dass auf dem Radweg bei Sonnenschein ein regelrechtes Gedränge herrscht, ist aber auch der Polizei nicht entgangen. Klaus Weishaupt von der Gersthofer Polizei etwa sagt: „Wenn es ein höheres Aufkommen gibt, berhalten wir das auch im Auge.“ Generell gelte, so Heimann, dass für jeden, der sich auf dem Radweg aufhält: „Jeder muss sich so verhalten, dass er den anderen nicht schädigt.“ Rennradfahrer dürfen den Radweg ebenso nutzen wie Senioren mit einem Rollator oder Skateboardfahrer.

Auch die Stadt Neusäß hat sich aufgrund der intensiven Nutzung des Radwegs um die Sicherheit Gedanken gemacht. Auslöser war ein schlimmer Unfall an dem Übergang an der Mühlbachstraße. Dort überschlug sich ein Radfahrer an der sogenannten Umlaufsperre vor der Straße und zog sich einen Schädelbasisbruch zu. Die Sperre wurde abgebaut.

Eine intensive Debatte über den Sinn solcher Sicherungsgeländer entbrannte. Denn eigentlich sollten sie ja den Radfahrer ausbremsen, damit er im Idealfall absteigt und das Rad über die Straße schiebt. Nach einem Ortstermin mit Landratsamt, Polizei und Vertretern der Stadt blieb es beim Nein zu den Sperren, denn sie stellten laut Behörden ein Hindernis für Radfahrer und ganz besonders für Eltern mit Kinderanhänger dar.

Wie Bürgermeister Richard Greiner erklärte, habe die Stadt seither aber einen umfangreichen Maßnahmenkatalog umgesetzt, um die Sicherheit zu erhöhen. So wurden vor allem an den Querungsstellen Sträucher ausgeschnitten, um die Sicht zu verbessern, Halteverbote ausgewiesen und Schilder aufgestellt, Straßenmarkierungen verbessert. Auf der Mühlbachstraße sind inzwischen Piktogramme „30“ aufgebracht, die Schilder „Vorfahrt achten“ vergrößert worden. Der Antrag, den Weldenbahnradweg auf Kosten der Stadt zu verschwenken, wurde im Januar diesen Jahres mit den Stimmen der CSU abgelehnt.

„Es ist ja schön, dass dieser Weg so intensiv von allen genutzt wird“, sagt Bürgermeister Greiner. Er weiß aber auch, dass sich an einem schönen Wochenende dort viele Menschen tummeln. „Deshalb wurde die Trasse im zweiten Bauabschnitt ja bereits verbreitert – mehr Platz gibt dieser Damm aber einfach nicht her.“ (eisl/dav/kar) »Kommentar

i

Ihr Wetter in Augsburg-Land
19.01.1819.01.1820.01.1821.01.18
Wetter Unwetter
                                                Wetter
                                                Schneeschauer
	                                            Wetter
	                                            Schneeregen
                                                Wetter
                                                Schneefall
Unwetter-1 C | 5 C
-1 C | 4 C
-2 C | 3 C
Das Wetter aus Ihrer Region
Nachrichten in Ihrer Region
Augsburger Allgemeine Aichacher Nachrichten Augsburger Allgemeine Donau Zeitung Donauwörther Zeitung Friedberger Allgemeine Günzburger Zeitung Illertisser Zeitung Landsberger Tagblatt Mindelheimer Zeitung Mittewlschwäbische Nachrichten Neu-Ulmer Zeitung Neuburger Rundschau Rieser Nachrichten Schwabmünchner Allgemeine Wertinger Zeitung
Top-Angebote

Jobs in Augsburg


Alle Infos zum Messenger-Dienst

Tarifreform im Nahverkehr
Wie ist der neue Tarif für Sie?

Bauen + Wohnen

Unternehmen aus der Region

Mitmachen und gewinnen!

Mitmachen und gewinnen!


Partnersuche