Mittwoch, 19. Juni 2013

25. Januar 2012 12:03 Uhr

Ausschuss

Sorge wegen Schleichverkehr

Einige Steppacher sind mit der geplanten Verkehrsführung für das neue Wohngebiet an der Ulmer Straße nicht zufrieden

Das Grundstück für das neue Wohnbaugebiet an der Ulmer Straße in Steppach. Eine Debatte gibt es über die Verkehrserschließung.
Foto: Marcus Merk

Neusäß-Steppach Die Entwicklung des Verkehrs und die Erschließung des Baugebiets „Westlich der Kolpingstraße“ macht Steppacher Bürgern Sorge. Der Planungsausschuss Neusäß befasste sich auf seiner jüngsten Sitzung mit den bei der öffentlichen Auslegung eingegangenen Bedenken zum Bebauungsplan.

Einige Zuhörer waren in die Sitzung gekommen, um die Diskussion zu dem Tagesordnungspunkt in der Sitzung des Ausschusses zu verfolgen. Einige Anwohner sind mit der Erschließung des neuen Wohngebiets an der Ulmer Straße (gegenüber Edeka) nicht zufrieden und befürchten eine zunehmende Verkehrsbelastung. Wie berichtet, ist auf dem großen freien Grundstück in der Ortsmitte zwischen Kolpingstraße und Breitenweg ein Baugebiet vorgesehen.

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Die bisherige Planung sieht eine Einfahrt von der Kolpingstraße her vor. Hier treibt aber manche Steppacher die Sorge um, dass dies neuen Schleichverkehr vom Kobel Richtung Wertstoffsammelstelle oder Sportplatz nach sich ziehen würde. Autofahrer könnten die Straße mitten durch das Wohngebiet als Abkürzung nutzen. Bei einer Erschließung von der Ulmer Straße gibt es wiederum Bedenken von Steppachern wegen mehr Verkehr vor dem Kindergarten. Eine Anwohnerin im Süden spricht sich außerdem gegen den geplanten Geh- und Radweg aus.

Das Landratsamt äußerte Bedenken, was den Immissionsschutz an der Grenze zur Ulmer Straße hin anbelangt, berichtete Gerald Adolf von der Bauverwaltung. Laut Untersuchung durch ein Fachbüro bringe aber eine Lärmschutzwand nichts. Adolf schlug allerdings eine Querungshilfe in Höhe des Kindergartens und Tempo 30 an dieser Stelle vor.

Der Kritik der Anwohner an der verkehrlichen Erschließung veranlasste die Stadtverwaltung, den Verkehrsplaner der Stadt einzubeziehen, der – wie auch Adolf – empfahl, unterschiedliche Möglichkeiten der Verkehrsführung untersuchen und bewerten zu lassen.

Bürgermeister Hansjörg Durz sprach sich dafür aus, ein Gutachten in Auftrag zu geben als „Grundlage für eine gute Entscheidung“. So könne sich die Stadt auch gegen eine Klage wappnen. Silvia Daßler (Bündnis 90/Die Grünen) und Ulrich Engländer (SPD) wandten sich dagegen: Es handle sich um ein reines Wohngebiet, mehr Verkehr sei nicht zu erwarten. Mit den Stimmen der CSU wurde beschlossen, das Verkehrsgutachten in Auftrag zu geben. Die Vertreter der anderen Fraktionen stimmten dagegen. Die Kosten des Gutachtens tragen die künftigen Bauherren gemeinsam.

Windkraft Die Stadt Neusäß soll, wie andere Kommunen im Landkreis Augsburg auch, dem Regionalen Planungsverband Augsburg Flächen für eine künftige Windenergienutzung nennen, die eine Größe ab etwa zehn Hektar haben. Der Neusässer Bürgermeister Hansjörg Durz legte das Schreiben dem Planungs- und Umweltausschuss vor. Die Stadt werde, damit das Thema in den Fraktionen beraten werden kann, diesen entsprechendes Kartenmaterial vorlegen, sagte Durz auf Anfrage von Stadtrat Ulrich Engländer, nach welchen Kriterien die Fraktionen denn Flächen „herausfiltern“ sollten. (pks, kar)

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