von Lena Bauer
Ein „großer Souvenirjäger“ ist Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert selbst nicht, wie er sagte – zum Glück sind es andere schon. Denn andernfalls gäbe es die Sonderausstellung „Reiseandenken“ nicht, die gestern im Volkskundemuseum in Oberschönenfeld eröffnet worden ist.
Eine bunte Sammlung typischer und weniger typischer Reisesouvenirs ist dort zu sehen: Von kleinen Schlüsselanhängern mit verschiedenen Wappen über Schneekugeln bis zu Trachten und Wetterhäuschen. „Die Bandbreite an Reisesouvenirs ist so vielfältig wie die Menschen, die sie erwerben“, sagte Dorothee Pesch, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Museums. Die Souvenirs dienen als Erinnerungsstützen: „Wir retten uns auf diese Weise ein Stückchen Urlaub in den Alltag.“ Und weil diese kleinen oder größeren Mitbringsel so viel zu erzählen haben, hat das Museum einen Aufruf gestartet: Es suchte nach Reisesouvenirs mit persönlichen Erinnerungen. Die Resonanz sei unerwartet groß gewesen, sagte Pesch.
Und da hängen, liegen und stehen sie nun, die Souvenirs mit ihren Geschichten und rufen bei manch einem Betrachter Erinnerungen an eigene Reisen hervor. Ob der Bierkrug mit dem Allgäu-Motiven oder die Tasse mit Schloss Neuschwanstein darauf – vieles kommt dem Betrachter vertraut vor. Doch auch ganz individuelle Geschichten erzählt die Ausstellung, wie Pesch verrät: Mit einem zweiten Aufruf wurde nach außergewöhnlichen Souvenirgeschichten gesucht. Die zehn schönsten wurden ausgewählt und in der Ausstellung präsentiert. Da ist zum Beispiel die kleine Jakobus-Figur aus Santiago. Wie diese in den Augsburger Landkreis gekommen ist, erfahren die Besucher der Ausstellung.