Stadt Gersthofen ehrt erfolgreiche Sportlerinnen und Sportler. Judith Mittelmaier, Walter Langenmayr und die Fußballer sind Sportler des Jahres beim TSV Von Oliver Reiser


Gersthofen Es ist eines der am besten gehüteten Geheimnisse, wer sich beim TSV Gersthofen mit dem Titel „Sportler des Jahres“ schmücken darf. Traditionell wird es erst beim Neujahrsempfang des größten Sportvereins im Landkreis Augsburg gelüftet. Mit dieser Tradition hat auch das neue Präsidium nicht gebrochen, das am 7. Juli vergangenen Jahres die Nachfolge der langgedienten Führungsriege um Karl-Heinz Wagner und Toni Schur angetreten hat.
Ansonsten hatte der Neujahrsempfang, zu dem Sportler und Funktionäre, Gönner und Sponsoren sowie langjährige Mitglieder geladen waren, durchaus einen neuen Anstrich. „Mit dem Einzug einer neuen Generation ins Präsidium ist ein frischer Wind eingekehrt“, stellte auch Bürgermeister Jürgen Schantin fest. „Sie haben auch ein schweres Erbe angetreten“, attestiere er seinem Namensvetter Jürgen Treffler gewisse Gemeinsamkeiten.
Festlich illuminierte Turnhalle
„Bisher haben wir meist nach innen gearbeitet, jetzt wird man auch nach außen etwas bemerken“, begrüßte Präsident Jürgen Treffler die vielen Gäste und meinte damit die anstehenden Sanierungsarbeiten in der Stadiongaststätte und an der für diesen festlichen Abend bunt illuminierten TSV-Turnhalle. Zusammen mit dem neuen Geschäftsführer Michael Wenczel wird auch an der Gründung einer Kindersportschule und an einem neuen Sponsoren- und Marketingkonzept gearbeitet. „Der TSV Gersthofen soll aber nicht nur für sportliche Werte stehen“, so Treffler. Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit, Offenheit („Auch wenn es um Nachzahlungen geht.“), Gerechtigkeit, Fairness, Vertrauen, Hilfsbereitschaft, Toleranz und Respekt – diese Eigenschaften will das Präsidium den rund 3700 Mitgliedern vorleben. „Das Schönste am Sport sind Siege, aber auch persönliche Erfüllung.“ Unter diesem Motto nahm Bürgermeister Jürgen Schantin die Ehrungen der Stadt Gersthofen für erfolgreiche Sportlerinnen und Sportler vor, wobei er sieben Gold-, 22 Silber- und 26 Bronze-Auszeichnungen übergeben konnte.
Nun wurde es spannend. „Er ist kein Weltmeister, kein Deutscher Meister und auch kein Bayerischer Meister. Er ist als Multisportler ein Ausnahmeerscheinung“, so Ehrenpräsident Karl-Heinz Wagner in seiner Laudatio auf Walter Langenmayr, den „Sportler des Jahres 2011“. Der mittlerweile 76-Jährige hat sich als Turner, Stabhochspringer, Zehnkämpfer, Tennisspieler, Skifahrer und Schwimmer sportlich betätigt. Auch beim Spielmannszug war „Langus“, wie Langenmayr genannt wird, aktiv.
Als Breitensportler spitze
Außerdem hat er 40-mal hintereinander das Bayerische Sportabzeichen abgelegt. „Walter Langenmayr war als Breitensportler immer spitze!“, sagte Karl-Heinz Wagner.
Für die Sportart der „Sportlerin des Jahres 2011“ käme TSV-Präsient Jürgen Treffler nicht in Frage. Aber wohl nicht nur, weil Judith Mittelmeier täglich bereits frühmorgens um 5 Uhr mit dem Training beginnt. Auch ausdauermäßig könnte es eng werden. Die 28-jährige Ingenieurin im Hubschrauberbau belegte beim schwierigsten Ausdauerwettkampf der Welt, dem berühmten Ironman auf Hawaii, nach 3,86 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren und 42,2 Kilometer Laufen nach 10:22:46 Stunden Platz 56 unter den 2000 weltbesten Triathleten.
Magische Momente
Während Judith Mittelmeier allein gegen den inneren Schweinehund kämpft, zählt für die „Mannschaft des Jahres 2011“ derTeamgeist. „In der Halbzeit haben wir in der Kabine einen Kreis gebildet und uns geschworen, dass wir als Sieger zurückkommen“, beschrieb Trainer Robert Walch den magischen Moment während des Relegationsspiels in Schwabach, der dann in einen 3:1-Sieg gegen die SpVgg Selbitz und den Aufstieg in die Bayernliga mündete. „Eine geile Truppe“, bezeichnete Kapitän Johannes Hintersberger seine Kameraden, die sich auch beim anschließenden Meisterfeier-Marathon prächtig schlugen. Bei vielen Gesprächen bei feinen Häppchen bewiesen am Ende des Tages nicht nur die Kicker Kondition.
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