Dinkelscherben Anried, der Ortsteil südwestlich der Marktgemeinde Dinkelscherben, hat zwar nur etwa 370 Einwohner. Ein Teil von ihnen hat aber am Rosenmontag bei der Faschingssitzung des Anrieder Faschingsclubs ein abendfüllendes Programm auf die Beine gestellt, das die 300 Zuschauer in der Reischenau-Sporthalle manches Mal zum Schmunzeln brachte.
Gegründet wurde der AFC vor genau 20 Jahren, die Idee dazu entstand auf dem Rosenmontagsball im Nachbarort Ettelried. „Unser erstes Protokoll war damals eine Serviette“, erinnert sich Kassier Gerhard Huber. Seitdem sind die Anrieder in jeder Faschingssaison eifrig bei der Sache. Mit ihrem Faschingswagen sind die etwa 100 Mitglieder des AFC auf jedem Faschingsumzug in der näheren Umgebung dabei, dieses Jahr waren sie als geschichtsträchtige Wikinger zu bewundern.
Daneben organisiert der Verein zur Faschingszeit das Kaffeekränzle und den Kinderfasching in Anried. 1995 wurde dann die erste Faschingssitzung im Anrieder Vereinsheim, der alten Schule, abgehalten. Das Motto der Organisatoren lautet dabei: „Jeder, der sich engagiert, darf auf die Bühne“. Die durchschnittlich eher jungen Mitglieder des AFC stellen ihr Programm sehr selbstständig zusammen, das sich aus ulkigen Sketchen, Tanzeinlagen und Büttenreden zusammensetzt. „Einige der Akteure standen schon als Kinder bei uns auf der Bühne“, so Hofmarschall Konrad Leutenmayer. Dass sich diese Nachwuchsarbeit gelohnt hat, bewiesen die jugendlichen Faschingsanhänger am Rosenmontag in der Reischenau-Sporthalle. „Auf einer so großen Bühne hatten wir allerdings noch nie eine Faschingssitzung“, so Gerhard Huber. Der Besuch in Dinkelscherben kam auf Einladung des Schäfflerkomitees im Rahmen des dortigen Schäfflertanzes zustande. Moderiert wurde der Abend von Hofmarschall und Ehrenpräsident Konrad Leutenmayer, der gleichzeitig auch in der Rolle des Winnetou und des Bürgermeisters zu sehen war.
Immer ein Hit: das Männerballett
Als tapsiger Erklärbär war Daniel Muckle zu sehen, der sich von seinem „Kumpel“ Andreas Kania jedoch manches Mal durch den Kakao ziehen lassen musste. Kunst- und humorvolle Gemälde mit Menschen gestaltete die Malerin Valerie (Melanie Jungnickel). In den Programmpausen sorgte die Blaskapelle Prosit mit traditioneller Schunkelmusik für gute Stimmung. Aber auch der AFC bewies mit Tanzgruppen verschiedener Altersklassen Taktgefühl. Ein ganz besonderes Highlight ist immer das Männerballett, das heuer zu Jacques Offenbachs berühmtem Cancan wieder Anmut und Grazie bewies. (ankl)