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Prozess: Vanessas Mörder sah sich als „mächtiger Rächer“

Prozess

Vanessas Mörder sah sich als „mächtiger Rächer“

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    Michael W., der Mörder der kleinen Vanessa aus Gersthofen, hatte in der Zeit vor der blutigen Tat den Bezug zur Realität verloren.
    Michael W., der Mörder der kleinen Vanessa aus Gersthofen, hatte in der Zeit vor der blutigen Tat den Bezug zur Realität verloren. Foto: Stefan Puchner dpa/lby

    Demnach sei er vor dem Mord in eine Rolle als „mächtiger Rächer“ geschlüpft, der es jenen heimzahlen werde, die ihm übel mitgespielt hätten. Der Höhepunkt der Horrorfantasien ist bekannt: Im Februar 2002 erstach der damals 19-Jährige Michael W. als Tod verkleidet die damals zwölf Jahre alte Vanessa mit 21 Stichen im Schlaf. Im Februar dieses Jahres endete die Haftstrafe. Im Prozess um die anschließende Sicherungsverwahrung untersuchte das Landgericht unter der Leitung von Richter Lenard Hoesch gestern, welchen Eindruck Michael W. als Insasse in den Gefängnissen in Ebrach, Erlangen und Straubing auf die Bediensteten machte.

    Mörder pocht weiterhin auf Schweigepflicht der Psychologen

    Fragen zum Therapieverlauf sind dem Gericht nach wie vor nicht erlaubt. Michael W. ließ seinen Verteidiger Adam Ahmed eine Stellungnahme vorlesen, wonach er bis jetzt keinen Gutachter oder Psychologen von der ärztlichen Schweigepflicht entbinden wird. Derzeit lässt sich der Mörder vom Psychologen Helmut Kury untersuchen.

    Die Bediensteten der Gefängnisse in Erlangen und Straubing beschrieben Michael W. als unauffällig und zurückhaltend, mitunter habe er aber auch zu Wutausbrüchen geneigt. Soziale Kontakte habe er in seiner Zeit im Gefängnis kaum geknüpft. Neben einer Ausbildung zum Maler absolvierte er auch eine Ausbildung zum Fußballschiedsrichter. Eine im Jahr 2008 begonnene Therapie gestaltete sich als schwierig, erinnerte sich gestern ein Beamter der JVA in Erlangen. Gerade die Beziehungsaufnahme mit der Therapeutin war schwierig. Erst zum Ende hin öffnete er sich und erste Tendenzen einer Therapie hätten sich gezeigt. Mit der Rückversetzung ins Straubinger Gefängnis im März 2011 wurde die Behandlung aber unterbrochen.

    Im März fanden Polizisten ein Hakenkreuzbild in seiner Zelle

    Auch wenn Vanessas Mörder im Konflikt mit anderen Häftlingen meist zurückzog, berichteten die Bediensteten doch von einigen Disziplinarmaßnahmen. Diese seien nach Auskunft eines Polizisten aber auch darauf zurückzuführen, dass W. Probleme damit habe, die Gefühle anderer zu erkennen.

    Mehrfach fiel er damit auf, dass er Fotos von jungen Männern aus Zeitschriften ausschnitt. Die Bilder ordnete er nach Augen- und Haarfarbe in Briefumschlägen. Auf den Grund dafür angesprochen, antwortete der Insasse damals, er sammele Bilder von Prominenten. Homosexuelle Tendenzen stritt er ab. Aber auch ein Bild eines Sensenmannes fanden die Beamten in seiner Zelle. Erst im März entdeckten die Beamten ein Bild eines Hakenkreuzes in seiner Zelle – dieses habe jedoch ein Mitinsasse gemalt, beteuerte er.

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