Samstag, 18. November 2017

23. Januar 2013 19:55 Uhr

Natur

Wasserbiologe fordert 200 Meter breiten Lech

Der Wasserbiologe Mathias Jungwirth fordert, den Lech zu entfesseln und aus seinem engen Bett zu befreien. So könnten sich Tiere und Pflanzen wieder entwickeln. Von Klaus Peter Köhler

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Der Lech muss entfesselt und aus seinem viel zu engen Bett befreit werden, sagt Prof. Mathias Jungwirth von der Universität für Bodenkultur in Wien. Er hatte in einem Gutachten Vorstellungen für den Naturschutz bei der notwendigen Renaturierung des Lechs beschrieben. Statt der heutigen viel zu knappen 70 sollen dem Fluss künftig 200 und mehr Meter Breite zur Verfügung stehen. Der Fluss und seine Fische, aber auch die vielen Tier- und Pflanzenarten in den Auen sollen wieder Chancen zu einer natürlichen Entwicklung bekommen. Die dafür benötigten Flächen seien fast durchgehend Naturschutzgebiete und könnten problemlos genutzt werden.

Lech: Gesamtkonzept von Biologen und Geologen wäre nötig

Der Wiener Hydrobiologe stützt sich im Wesentlichen auf das Gutachten der TU München, das sich mit den technischen Aspekten des Projektes „Licca liber“ (freier Lech) des Wasserwirtschaftsamtes Donauwörth befasst. Es soll – ähnlich wie bei der Wertach bereits geschehen – dem Lech mehr Bewegungsfreiheit zurückgeben, um Schäden, die in den letzten Jahrzehnten aufgetreten sind, so weit wie möglich zu beheben und Lebensraum für eine ursprüngliche Tier- und Pflanzenwelt zu schaffen.

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Jungwirth, Experte für Flussfische, macht klar, dass eine Renaturierung des einst gefährlichen, wilden Flusses nur gelingen kann, wenn Biologen, Geologen und Technologen gemeinsam ein Gesamtkonzept entwickeln, das dann auch umgesetzt wird. Solange dieser Prozess noch nicht abgeschlossen ist, müssten Eingriffe wie der geplante Bau des Eon-Wasserkraftwerkes unterbleiben. „Eine dem Gesamtkonzept vorgezogene Planung und Umsetzung eines Kraftwerk-Projektes wäre quasi ein Widerspruch in sich, würde unveränderliche Fakten schaffen und den Planungsspielraum einengen.

„Entkoppelung“ des Flusses von seinen Auen soll rückgänig gemacht werden

Die Pläne zur Errichtung eines Kraftwerkes sollten daher so lange zeitlich hintangestellt werden, bis die Überprüfung stattgefunden hat, ob und wie sich das Vorhaben in ein Gesamtkonzept ,Licca Liber‘ einfügen bzw. mit diesem harmonisieren lässt“, so Jungwirth. Dem Hydrobiologen schwebt daher vor, die Uferbefestigungen des Lechs zwischen der Staustufe 23 und dem Hochablass abzutragen und das Gebiet bis zu den Hochwasserdämmen im Hinterland dem natürlichen Wechsel von Trockenheit und gelegentlichen Überschwemmungen zu überlassen. Die „Entkoppelung“ des Flusses von seinen Auen und Auengewässern solle unbedingt rückgängig gemacht werden, um die Tier- und Pflanzenwelt immer wieder zu verjüngen.

Die „Entfesslung“ würde dazu führen, dass sich der Fluss auch bei Hochwasser nicht tiefer in sein Bett eingräbt. Seit der Pfingstflut von 1999 fließt der Lech etwa 70 Zentimeter tiefer in seiner künstlich eingeengten Rinne als vorher. Wesentlich dazu beigetragen hat auch, dass der Kies, den der Fluss aus den Alpen mitschleppt, in den Staustufen oberhalb Augsburgs hängen bleibt.

Zumindest ein Teil dieses Geschiebes sollte unterhalb der Kraftwerke wieder ins Flussbett geschüttet werden. Außerdem plädierte Jungwirth dafür, sechs vorhandene Sohlschwellen abzutragen und das Flussbett anzuheben, damit der Lech auch bei leichteren Hochwässern über die Ufer treten kann.

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