Adelsried Die Autobahnkapelle „Maria – Schutz der Reisenden“ an der A8 bei Adelsried ist die älteste Deutschlands. Und so sah sie bis vor Kurzem auch aus: „Durch das Dach kamen die Vögel in die Kirche, die Fenster wurden überhaupt nicht mehr sauber“, erzählt Dominikaner-Pater Wolfram Hoyer. 1,2 Millionen Euro flossen seit Juni in die Sanierung des Gotteshauses. Am Dienstag erst verschwand das Gerüst im Inneren.
Ursprünglich hätte bis Advent alles fertig sein sollen. „Leider wurden drei Mal die falschen Fenster geliefert, deswegen sind wir neun Wochen in Verzug“, sagt Hoyer, Rektor der Autobahnkirche und Vorsitzender des Kuratoriums Autobahnkirche. Die Sakristei, die Außenanlagen und die Heizung werden bis Weihnachten zwar nicht fertig. Doch in der Christmette heute muss niemand frieren. „Dank des neuen Daches und der Isolierung reichen jetzt sogar die Kerzen für die Wärme aus“, erklärt Hoyer und führt in zur Sakristei. Das war bislang eine kleine Kammer rechts vom Altar. So klein, dass sich der Pater gerade mal umdrehen konnte. In einem Anbau sind nun zwei helle hohe Räume entstanden, die er begeistert präsentiert.
Ebenso enthusiastisch zeigt er im Altarraum auf die neuen Fenster und die LED-Lampen in der Kirche. „Die Kirche war ursprünglich als Denkmal gedacht, wo sonn- und feiertags drei Mal eine heilige Messe abgehalten wird. Das Licht hat nur zum Beten gereicht.“
Extrem verbessert hat sich laut Pater Hoyer auch das Problem der Lärmbelästigung. „Gut, es gibt noch ein Hintergrundrauschen, aber schließlich ist das auch eine Autobahnkirche.“
Außerdem wurde im Gotteshaus eine Alarmanlage installiert. Im Frühjahr sollen die Außenanlagen gerichtet werden. „Bis wann alles fertig ist, weiß ich noch nicht genau.“
Aus der Auffahrt zur Autobahn wird ein neuer Parkplatz
Künftig soll es für die Reisenden, die an der Kirche halten, auch eine bessere Parkmöglichkeit geben. „Den unbefestigten Parkplatz geben wir an die Betreiber der Autobahn ab, dort wird ein Regenrückhaltebecken entstehen.“ Im Gegenzug bekommt die Kirche einen befestigten Parkplatz: „Die alte Auffahrt zur Autobahn wird 15 bis 20 Meter vor der A8 abgebaut, der Rest wird Parkplatz“, erklärt der Pater. Das Gelände soll auch besser ausgeleuchtet werden.
Wie genau die neue Auffahrt von Adelsried auf die A8 Richtung Augsburg verschoben wird, ist laut Thomas Schuchardt von der Betreibergesellschaft Pansuevia noch unklar.
900 Gläubige besuchten im vergangenen Jahr die Christmette
Im vergangenen Jahr nahmen 900 Menschen an der Christmette teil, erzählt der Pater. Zu den Gottesdiensten komme generell „alles, was fahren kann“. Die 8-Uhr-Messe nähmen vor allem Leute aus der Umgebung wahr, im Sommer auch Wanderer und Radfahrer. „Das ist die früheste Messe in der Region.“ Zwei Stunden später sind Menschen aus einem Umkreis von 120 Kilometern dabei und viele Reisende. Um 18 Uhr kämen vor allem Menschen von weiter weg, die zum Teil seit Jahren genau diese Messe besuchen. Pater Hoyers Gottesdienste unterscheiden sich auch etwas von anderen. „Die Kirche ist nur 40 Mal 40 Meter groß, abgesehen von den Bänken am Rand gibt es keine Sitzmöglichkeit. Weil die Leute stehen, ist der Gottesdienst kürzer. Wir haben auch keine Orgel, also kommt es sehr auf die Predigt an. Die Leute kommen aus der ganzen Republik, also singen wir „Schlager“, Lieder, die jeder kennt, denn die Unterstützung durch eine Orgel fehlt ja.“ An Weihnachten sei das kein Problem.
Gottesdienste Heute beginnt um 18 Uhr die Christmette. Morgen, Sonntag, 25. Dezember, entfällt die Messe um 8 Uhr. Die heiligen Messen beginnen um 10 und um 18 Uhr. Am Montag, 26. Dezember, finden die heiligen Messen um 8, 10 und um 18 Uhr statt. Der Jahresschlussgottesdienst am Samstag, 31. Dezember, ist um 18 Uhr. An Neujahr finden die Messen um 10 und um 18 Uhr statt. Danach beginnen die Messen an Sonn- und Feiertagen wieder wie gewohnt um 8, 10 und um 18 Uhr.
Im Internet
www.autobahnkirche.org