Vieles hat sich für Frauen geändert. Vier aus verschiedenen Generationen schildern ihren Lebensweg


Von Katrin Fischer und Ulrike Hauke
Landkreis Augsburg/Wertingen Maria Mayer (Name von der Redaktion geändert) verbrachte den Großteil ihres Lebens im westlichen Landkreis Augsburg. Mit 75 Jahren blickt sie zufrieden zurück. Wenn sie zum heutigen Weltfrauentag ihre Zeit als Mutter mit der heutigen Situation vergleicht, fällt ihr eine Veränderung auf: „Es ist hektischer geworden.“ Deutlich wird dieser Unterschied unter anderem an Diskussionen rund um Krippenplätze und dem Wiedereinstieg in den Beruf.
Maria Bihlmeir aus Buttenwiesen ist gelernte Damenschneiderin, hat vier Kinder großgezogen und sich lange Zeit beim Roten Kreuz engagiert. Heute, mit 73 Jahren, sagt sie: „Jetzt geht es relativ gerecht zu zwischen Männern und Frauen, außerdem haben Frauen mehr Möglichkeiten, ihren Berufswünschen nachzugehen.“
Manche Frauen müssen die Existenz der Familie sichern
Die frauenpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Simone Strohmayr weiß, dass viele Frauen arbeiten wollen, um Geld für die Existenzsicherung der Familie zu verdienen. „Wenn Frauen heutzutage allein schon aufgrund der sozialen Schieflage wieder in ihren Beruf einsteigen müssen, dann sollte die bayerische Staatsregierung auch mehr dafür tun, die Rückkehr zu fördern“, betont Strohmayr.
Derzeit gibt es im Landkreis Augsburg fast 1000 Krippenplätze. Das sind 500 Plätze mehr als noch vor vier Jahren. Laut Angaben des Landratsamtes befindet sich die Anzahl der Plätze noch im Aufbau.
Maria Mayer aus dem westlichen Kreis Augsburg kannte früher die Diskussionen rund um Krippen nicht. „In meinem Bekanntenkreis war keine Mutter berufstätig, 1964 gab es in Steppach noch gar keinen Kindergarten“, erzählt sie. Die 75-Jährige hatte nie wirklich Zeit zu arbeiten. Sie betreute ihr Haus, ihren Garten, ihr Kind und die Kinder ihrer Schwester, die Teilzeit arbeiten musste. Maria Mayer beschreibt voller Begeisterung, wie sie und auch ihre Schwiegertochter in der Mutterrolle aufgehen. Für sie gehören Kinder und Enkelkinder einfach zum Leben.
Die 75-Jährige lebt im Altenheim. Weil ihre Witwenrente dafür nicht reicht, bekommt sie eine Unterstützung. Im Landkreis Augsburg bekamen Rentnerinnen im Jahr 2009 im Durchschnitt unter 500 Euro, das ist weniger als der bayernweite Durchschnitt von 506 Euro. „Das ist zum Sterben zu viel und zum Leben zu wenig“, findet Strohmayr.
Jetzt bestellen! Das neue iPad inkl. e-Paper.|
|
Artikel kommentieren