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Asylbewerber: Wer, woher und wie lange?

Asylbewerber

Wer, woher und wie lange?

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    Sie standen Rede und Antwort: (von rechts) Bürgermeister Josef Böck sowie Gitta Schmid-Göller und Franz Feigl von der Regierung von Schwaben. Links Georg Schalk von der VG Stauden.
    Sie standen Rede und Antwort: (von rechts) Bürgermeister Josef Böck sowie Gitta Schmid-Göller und Franz Feigl von der Regierung von Schwaben. Links Georg Schalk von der VG Stauden. Foto: Hermann Schmid

    Langenneufnach Auf der Informationsveranstaltung zum geplanten Asylbewerberheim Langenneufnach stellte Bürgermeister Josef Böck erneut vor rund 300 Besuchern klar, dass er über die rechten Aktivitäten von außen entsetzt ist. Am Wochenende hatten junge Männer der Gruppe Nationale Sozialisten Deutschland Handzettel verteilt, ebenso wie kurz vor der Veranstaltung in der Turnhalle.

    „Hier wird Langenneufnach für billige Propaganda benutzt. Zudem wird gegen Ausländer allgemein gehetzt. (...) Wenn wir das wollen, dann gute Nacht. Das hat Langenneufnach nicht verdient“, so Böcks deutlichen Worte.

    Besonders wichtig war es ihm auch, erneut darauf hinzuweisen, dass der Gemeinderat der Nutzungsänderung des Gebäudes rechtlich zustimmen musste und eine Ablehnung nichts an einer Genehmigung seitens des Landratsamtes geändert hätte. „Ob die Gemeinde zugestimmt hat oder nicht, das Landratsamt wird, sofern alle Vorschriften eingehalten werden, das Heim genehmigen, egal was der Gemeinderat beschließt. Jetzt dem Gemeinderat die Schuld zuzuschieben, ist natürlich einfach.“ Wenn es nun so kommt, dass bis zu 46 Asylbewerber nach Langenneufnach ziehen, „müssen wir das Beste aus der Situation machen. Wenn es alle positiv aufnehmen, kann es auch bei uns funktionieren“, so Böck.

    Im Anschluss an seine Rede stellte er Gitta Schmid-Gölller, Sachgebietsleiterin für Flüchtlingsbetreuung von der Regierung von Schwaben, eine lange Frageliste. Danach konnten die Bürger ihre Fragen an Gitta Schmid-Göller richten.

    Hier einige Beispiele:

    Woher kommen die Asylbewerber?

    Schmid-Göller: Im Prinzip aus der ganzen Welt. Den größten Anteil machen derzeit Personen aus Afghanistan, dem Irak, Nigeria und Pakistan aus.

    Was tun die Asylbewerber den ganzen Tag, dürfen sie arbeiten?

    Schmid-Göller: Die Asylbewerber dürfen nach einem Jahr arbeiten, dabei handelt es sich meist um gemeinnützige Tätigkeiten wie Wäsche waschen im Wohnheim. Ansonsten gibt es in größeren Unterkünften oft einen Computerraum und einen Billardtisch.

    Wie lange hat die Regierung das Haus angemietet?

    Schmid-Göller: Fünf Jahre.

    Es gibt das Gerücht, dass hier nur Männer einziehen sollen. Was genau ist geplant?

    Schmid-Göller: Ob Männer oder Familien, das kann ich momentan nicht beantworten. Wir haben kein Bestellsystem. Jeder hätte gerne nur Familien, aber es gibt auch viele Männer, die untergebracht werden müssen. Wir werden uns bemühen, aber ich kann nichts versprechen. Es kann auch eine Mischung sein.

    Wir haben Angst vor dem hohen Aggressionspotenzial, das entstehen kann, wenn 46 Männer in diesem Haus wohnen.

    Schmid-Göller: Wo Menschen sind, gibt es Auseinandersetzungen, aber wir tun alles, um dem entgegenzuwirken. Wir achten auf die Herkunft.

    Bei einer Hennenzucht muss ich jedem Tier einen bestimmten Platz bieten, Sie pferchen 46 Personen in ein Haus. Gibt es da keine Vorschriften?

    Schmid-Göller: Natürlich haben wir Vorgaben, wie viele Quadratmeter jeder Person zustehen. Außerdem muss der Zuschnitt der Zimmer passen und der Zustand des Hauses in Ordnung sein.

    Wie lange blieben die Asylbewerber durchschnittlich in einer Gemeinschaftsunterkunft?

    Schmid-Göller: Das ist schwer zu sagen. Zwischen sechs Monate und 20 Jahre. Das ist natürlich ein Ausreißer nach oben.

    Ist immer ein Betreuer vor Ort?

    Schmid-Göller: Es gibt einen Heimleiter und einen Hausmeister. Aber die sind in einer kleinen Unterkunft wie in Langenneufnach nicht immer vor Ort. Zudem gibt es Sozialbetreuer von den Wohlfahrtsverbänden, aber auch diese sind nicht 24 Stunden am Tag im Wohnheim.

    Wer schützt unsere Kinder vor diesen Männern, die alles verloren haben? Wir haben Angst.

    Schmid-Göller: Ich bin seit 2004 im Amt und seitdem ist kein einziges Kind aus der Nachbarschaft eines Asylbewerberheims zu Schaden gekommen. Auch von meinem Vorgänger ist mir kein Fall bekannt.

    Ich bin eine direkte Nachbarin und habe Angst, dass die Männer, die ja großteils Moslems sind, meine Tochter anstarren, wenn sie im Sommer einen kurzen Rock trägt.

    Schmid-Göller: Auch deutsche Männer schauen schönen Frauen nach. Ich würde das also nicht verallgemeinern. "Seite 1

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