Leitershofen Ist die erste so erfolgreich verlaufende Saison in der zweiten Basketball Bundesliga Pro B für die BG Leitershofen/Stadtbergen am Wochenende beendet? Oder können sich die Red Kangaroos in ein entscheidendes drittes Spiel am Dienstag in Stadtbergen retten? Dies ist die alles entscheidende Frage, wenn die Leitershofer in einem sogenannten „Do or Die“-Spiel des Play-off-Viertelfinales am Samstagabend (Spielbeginn 20 Uhr, Rasta Dome) auf die SC Rasta Vechta treffen.
Rasta Dome in Vechta ist restlos ausverkauft
Es ist Play-off-Zeit, und der Reiz dieses Spielmodus liegt in der raschen Veränderung. Denn ganz schnell ist die Euphorie in diesen Tagen rund 700 Kilometer nach Norden weitergezogen. Und nachdem die Niedersachsen letzte Woche 681 trotzdem begeisterte Zuschauer mit ihrem 84:73-Sieg in der Stadtberger Osterfeldhalle zurückgelassen haben, setzen sie nun selbst zum ganz großen Schlag an. Binnen fünf Stunden war die Halle nach Start des Kartenvorverkaufs am Montag ausverkauft. Und um die vielen Fans, die keine Karte mehr erhalten hatten, auch noch zu bedienen, baut man im Südoldenburger Land gleich noch ein großes Zelt vor die Halle und lädt ein zum Public Viewing. Es soll am Samstagabend die ganze große Party werden.
Optimale Rahmenbedingungen für die Rastaner, mit einem Sieg in das Halbfinale der Pro B einzuziehen. Und damit die Ehre der Nordmannschaften zu retten. Denn Expertenmeinungen zu Folge werden ansonsten die Süd-Teams im Halbfinale unter sich sein.
Leitershofens Abteilungsleiter Hans Kiesling zur aktuellen Stimmungslage in Niedersachsen: „So soll es sein. So macht es auch dem Auswärtsteam viel mehr Spaß, als wenn man vor 150 Leuten bei einem Farmteam eines Erstligisten spielt. Unglaublich was letzte Woche schon bei uns und jetzt auch in Vechta los ist. Wir hatten über unsere Homepage über 50 Anfragen aus Vechta, ob Fans etwas von unserem Kartenkontingent haben könnten. Allerdings konnten wir da nicht behilflich sein, da wir dieses bereits frühzeitig zurückgegeben haben und angesichts dieser weiten Entfernung nur mit 13 Fans anreisen werden“, so Kiesling.
Dem Team der Red Kangaroos kommt da am Samstag wohl eher die Außenseiterrolle zu. Trainer Stefan Goschenhofer fühlt sich in dieser aber nicht unwohl: „Natürlich spielen wir nicht nur gegen einen starken Gegner, sondern auch gegen die Kulisse als solche an. Aber das musste Vechta letzte Woche bei uns auch und hat trotzdem eine Topleistung abgerufen und die Bewährungsprobe bestanden. Dies ist auch unser Ziel, allerdings dürfen wir uns von Beginn an keine Schwächephase erlauben und müssen vor allem in der Verteidigung wesentlich intensiver und konzentrierter agieren als gerade in den ersten Minuten der zweiten Spielhälfte in Spiel eins. Wir wollen aber noch nicht ausscheiden und unbedingt unseren eigenen tollen Fans noch einmal ein Heimspiel in der Osterfeldhalle präsentieren“, so Goschenhofer.
Niederlage wurde intensiv analysiert
Unter der Woche hat das Leitershofer Trainerduo noch einmal intensiv die Niederlage aus der Vorwoche analysiert. Dass nach inzwischen 25 Saisonspielen angesichts der doch sehr intensiven Spielweise der Red Kangaroos inzwischen ein gewisser Substanzverlust bei der Mannschaft vorhanden sein könnte, lässt Co-Trainer Konstantin Liehr nicht gelten: „Natürlich ist die Mannschaft Ende März nicht mehr so frisch wie am fünften Spieltag im Oktober. Ich glaube aber schon, dass jetzt jeder noch einmal alles abruft. Das Problem im ersten Spiel sehe ich eher darin, dass der Druck auf die Heimmannschaft doch gewaltig ist und unser Team irgendwie ein wenig in die Favoritenrolle gedrängt wurde. Das kann zwar eigentlich nicht sein, denn wir haben gegen eines der Topteams der Liga gespielt, irgendwie war es aber eben doch so und die Erwartungen überall vielleicht zu hoch. Nun hat sich das Blatt aber gedreht, die meisten trauen uns jetzt nicht mehr viel zu. Und genau da sehe ich unsere Chance“, so Liehr.
Die Leitershofer Delegation wird am Samstagmorgen um 8 Uhr nach Norddeutschland aufbrechen zu einem Trip, der wohl über 24 Stunden dauern wird. Erneut möchte man den gewohnten Rhythmus mit der Anreise am Spieltag beibehalten und verzichtet daher auf eine Option mit Übernachtung, was angesichts beruflicher Verpflichtungen einiger Spieler auch gar nicht möglich gewesen wäre.
„Wir werden aber im Vergleich zur Reise nach Braunschweig vor zwei Wochen ein wenig mehr Frischluftpausen einbauen, damit unsere Jungs dann am Abend auch hellwach sind“, so Abteilungsleiter Hans Kiesling. (asan)
Liveticker Daheimgebliebene können das Spiel live im Internetstream auf www.diejungeliga.de (Rubrik Live Portal) verfolgen.