Dies ist einer der ersten baulichen Schritte, die der Eigenbetrieb zu seiner finanziellen Konsolidierung unternimmt. Das Defizit lag allein 2009 bei fünf Millionen Euro. Als Problem sah der 2008 angetretene Werkleiter Martin Neumeier neben organisatorischen Defiziten von Anfang an den baulichen Zustand einiger der acht Häuser, der für Pflege längst nicht mehr zeitgemäß war.
Laut Neumeier stand auch zur Debatte, das Schenk-Stift so zu sanieren, dass es als Pflegeheim weiterläuft. Doch nach einem Umbau mit Bädern und modernen Grundrissen wären weniger als 30 Pflegeplätze übrig geblieben. Das sei für ein Pflegeheim völlig unwirtschaftlich. Daher stimmte auch der Stadtrat einer Umwandlung zu.
Die Sanierung wird in die Hände des Wohnungs- und Stiftungsamtes gelegt, das das Schenk-Stift wie alle anderen Häuser der Altenhilfe verwaltet. Der Umbau zu Appartements soll im Herbst beginnen, und zwar im Zuge weiterer Maßnahmen in den Nachbargebäuden.
Gemeinschaftlich Wohnen deutschlandweit im Trend
Stiftungsamtsleiter Gerd Morstein plant in dem Komplex zwischen der Heilig-Kreuz-Straße und der Kohlergasse für mehrere Millionen Euro ein groß angelegtes Wohnprojekt mit gemeinschaftlichem Ansatz (AZ berichtete). Solche Projekte liegen deutschlandweit im Trend und das Siftungsamt hat in Augsburg einige initiiert, die erfolgreich laufen.
In das aktuelle Projekt soll das Schenk-Stift einbezogen werden. Potenzielle Mieter stammen laut Neumeier aus einer wachsenden Gruppe: Senioren, die zwar Bedarf an pflegerischer und sonstiger Hilfe haben, weil es körperlich nicht mehr so gut läuft, aber nicht in ein Pflegeheim wollen, wo zwei Drittel der Bewohner dement sind.
Für die Bewohner des Schenk-Stiftes bedeutet das den Umzug. Laut Neumeier wurden sie, ihre Angehörigen sowie die 30 Mitarbeiter umfassend informiert. Die Begeisterung sei nicht groß gewesen, doch herrsche Verständnis. Die Betroffenen durften sich aussuchen, in welches andere Heim sie wollen. Die meisten gehen ins Servatiusstift im Antonsviertel. Den Umzug und die Kosten dafür trägt die Altenhilfe.
Diese befindet sich nach einer jahrelangen Flaute offenbar im Aufwind. Außer im Schenk-Stift laufen im Jakobsstift am Rand der Altstadt Bauarbeiten. Auch dort entstehen Appartements für Betreutes Wohnen. Pläne gibt es außerdem für den Neubau des Ostflügels am Anna-Hintermayr-Stift im Antonsviertel. Dieser steht seit langem leer. Angestrebt ist ein modernes Konzept, doch wie zu hören ist, herrschen noch Bedenken hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit.
Das Millionendefizit sinkt massiv
Neumeier macht Druck - auch auf den Stadtrat: "Wir brauchen bald eine vernünftige Bauleitplanung für die nächsten Jahre." Dafür kann er Erfolge vorweisen. Zwar hält er sich zum Defizit noch bedeckt, doch werde es voraussichtlich von fünf auf weit unter vier Millionen Euro sinken. Die Einsparungen resultieren laut Neumeier vor allem aus verbesserten Abläufen. Lohnkürzungen hat die Altenhilfe nach massiven Protesten eine Absage erteilt.