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Prozessauftakt in Augsburg: Altenpfleger bestreitet Missbrauchsvorwürfe vor Gericht

Prozessauftakt in Augsburg

Altenpfleger bestreitet Missbrauchsvorwürfe vor Gericht

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    Ein Altenpfleger aus dem Haunstetter BRK-Heim muss sich ab Dienstag vor dem Augsburger Landgericht verantworten. Er soll über Jahre hinweg Heimbewohner misshandelt haben.
    Ein Altenpfleger aus dem Haunstetter BRK-Heim muss sich ab Dienstag vor dem Augsburger Landgericht verantworten. Er soll über Jahre hinweg Heimbewohner misshandelt haben. Foto: Silvio Wyszengrad

    Er soll Heimbewohner geschlagen und unerlaubt Medikamente verabreicht haben: Beim Prozessauftakt vor dem Augsburger Landgericht hat der angeklagte Altenpfleger die Vorwürfe weitgehend abgestritten. "Wenn ich in meiner Zeit als Pfleger einem Patienten wehgetan habe, tut mir das wirklich leid", sagte der 60-Jährige am Dienstag. "Ich schlage niemanden." Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, die meist geistig verwirrten Menschen in einem Heim in Augsburg-Haunstetten über Jahre hinweg misshandelt zu haben. In einem der 17 Fälle gehe es um gefährliche Körperverletzung. Demnach soll der Pfleger einer Bewohnerin eine zu hohe Dosis Beruhigungsmittel gegeben haben - ohne Genehmigung eines Arztes. "Es waren reguläre Tropfen", sagte der Angeklagte.

    Auch in den anderen Fällen widersprach der Altenpfleger den Aussagen mehrerer Mitarbeiter. Laut Staatsanwaltschaft soll er Bewohnern in den Mund gegriffen haben, um sie zum Essen zu zwingen. Einen Mann habe er "in Schwitzkastenhaltung" in seinen Rollstuhl gezogen. "Ich habe ihn unter den Achseln genommen", sagte der Angeklagte. Er habe Angst gehabt, der Patient falle sonst auf den Boden. Der Altenpfleger gab vor Gericht zu, manchmal überfordert und ungeduldig gewesen zu sein, betonte aber: "Ich habe meinen Beruf sehr gerne gemacht".

    Als erster Zeuge sagte ein ermittelnder Augsburger Polizist aus. Der Angeklagte sei von mehreren Mitarbeitern als "Mann mit zwei Gesichtern" beschrieben worden, sagte der Beamte. "Ich bin nie richtig mit ihm warm geworden", sagte ein 46 Jahre alter Zeuge, der in seiner Vernehmung verschiedene Vorfälle schilderte.

    Im Januar dieses Jahres war der Fall durch anonyme Briefe einiger Mitarbeiter bekanntgeworden. Die Heimleiterin und der Pfleger wurden daraufhin vom Bayerischen Roten Kreuz (BRK), zu dem das Heim gehört, fristlos entlassen. Der Angeklagte sitzt seit Februar in Untersuchungshaft. (dpa/lby)

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