Startseite
Icon Pfeil nach unten
Augsburg
Icon Pfeil nach unten
Innenstadt
Icon Pfeil nach unten

Umweltzone: Augsburg sperrt noch mehr Autofahrer aus

Umweltzone

Augsburg sperrt noch mehr Autofahrer aus

  • |
  • |
  • |
    Welche Plakette darf es denn sein?
    Welche Plakette darf es denn sein?

    Die Zeit, da ist sich Franz Robeller sicher, arbeitet für ihn. Seit gut zehn Jahren vermietet er in einer kleinen Seitenstraße in Lechhausen auf einer Baulücke Parkplätze.

    Die Straßenbahn ist nur einen Katzensprung entfernt, ein paar Meter weiter beginnt die Umweltzone. Und aus der werden immer mehr Autos und Laster ausgesperrt. Seit Längerem schon bewirbt Robeller seine Stellplätze mit dem Schlagwort "umweltzonenfrei". Bislang hielt sich die Anziehungskraft in Grenzen, sagt der 82-Jährige: "Aber das kommt schon noch."

    Sicher jedenfalls ist: Am 2. Januar werden die Zufahrtsregeln zur städtischen Umweltzone verschärft. Mussten bislang nur Fahrzeuge ohne Schadstoffplakette draußen bleiben, werden jetzt auch die mit dem roten "Papperl" ausgesperrt. Frühestens in zwei Jahren könnte es noch strenger werden, dann wären auch Fahrzeuge mit dem gelben Aufkleber hinter der Windschutzscheibe betroffen.

    Die Umweltzone erstreckt sich über die erweiterte Innenstadt. Wer dort ohne die passende Plakette erwischt wird, muss mit Bußgeldern rechnen. Überdies diskutierte der Stadtrat bereits über ein nächtliches Tempo 30 in der gesamten Zone. Das Thema wurde vertagt, ist aber noch nicht vom Tisch.

    Unter der ab Samstag geltenden Verschärfung (siehe kurz informiert) leiden in erster Linie Handel, Handwerk und Gewerbe. In Augsburg beispielsweise hat gut ein Fünftel der Fahrzeuge über 3,5 Tonnen eine rote Plakette. Die Industrie- und Handelskammer hat die Verschärfung bereits mehrfach kritisiert. Bislang habe die Umweltzone keine messbaren Erfolge gezeitigt. Das hat auch das Landesamt für Umwelt Ende September eingeräumt.

    Denn die gesundheitsgefährdende Feinstaubbelastung hängt von mehr Faktoren ab, als nur vom Verkehr. Heizungen und Industrieanlagen blasen ebenso Partikel in die Luft, das Wetter spielt eine entscheidende Rolle. Bei sogenannten Inversionswetterlagen - dabei sind höhere liegende Luftschichten wärmer als die darunter liegenden, sodass sich beide kaum vermischen - sammeln sich die Schadstoffe in den kühleren Schichten. Gerade im Winter schnellen die Feinstaubwerte deshalb nach oben.

    Feinstaubbelastung ist vergleichsweise hoch

    Augsburg ist nach Angaben des Umweltministeriums in München eine von drei bayerischen Städten (außerdem München und Neu-Ulm), in der es bereits eine Umweltzone gibt. In Nürnberg und Regensburg werde deren Einführung diskutiert. In Augsburg ist die Feinstaubbelastung vergleichsweise hoch. Am Königsplatz wurde 2010 der zulässige EU-Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter (ein Mikrogramm ist ein millionstel Gramm) an bislang 41 Tagen überschritten. Erlaubt sind 35 Tage. Nur in Münchens Landshuter Allee und am Stachus war die Feinstaubbelastung noch höher.

    Die Experten vom Umweltamt der Stadt Augsburg gehen überdies davon aus, dass schon der erste Tag des neuen Jahres 2011 eine Überschreitung des Grenzwerts für Feinstaub bringen wird. Daran aber werden die Autofahrer nicht schuld sein. Quelle der befürchteten Feinstaubglocke ist vielmehr das traditionelle Silvester-Feuerwerk. Nach der Knallerei zum jüngsten Silvesterfest registrierten die Messstellen in der Stadt zehn Stunden lang Feinstaubwerte von rund 100 Mikrogramm.

    Bis Beschäftigte der Stadt die neuen Schilder für die Umweltzone angebracht haben, dürfte sich der Qualm aber wieder verzogen haben. In der ersten Januarwoche sollen die Verbotsschilder an die verschärften Bestimmungen "angepasst" werden, heißt es vonseiten der Stadtverwaltung.

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein
    Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden