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Justiz: Bald Urteil im Augsburger Kinderhilfe-Prozess

Justiz

Bald Urteil im Augsburger Kinderhilfe-Prozess

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    Justitia.
    Justitia. Foto: DPA

    Der Mammutprozess um Spendenbetrug beim Augsburger "Bund für Kinderhilfe" nähert sich dem Ende. In der nächsten Woche soll das Urteil fallen. Angeklagt ist Vereinschef Peter L. (40).

    Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft ist er dafür verantwortlich, dass für thailändische Waisenkinder bestimmte Spenden von mehr als einer halben Million Euro nicht dort ankamen, wo sie sollten. Staatsanwältin Stefanie Mader plädierte deshalb für eine lange Strafe: Sie beantragte fünf Jahre und vier Monate Haft.

    Der Prozess gegen Peter L. zieht sich bereits seit einem halben Jahr hin. Weil der Angeklagte alle Vorwürfe zurückwies, wollten die Richter der 10. Strafkammer des Landgerichts möglichst viele Spender als Zeugen hören. Rund 120 Spender traten so in den vergangenen Monaten vor Gericht auf. Viele zeigten sich tief enttäuscht. Insgesamt soll L. noch viel mehr Spender getäuscht haben, von über 600 war die Rede.

    Geworben hatte der "Bund für Kinderhilfe" mit Patenschaften für Waisenkinder in Thailand. Die Paten erhielten sogar eine Urkunde, auf der ein angebliches Patenkind abgebildet war. Wie sich im Prozess herausstellte, war aber auf vielen Urkunden dasselbe Foto. Von den Spenden kamen nur rund 35.000 Euro in Thailand an.

    Der größte Teil ging für die Bezahlung von Telefonisten drauf, die gegen Honorar neue Spender warben. Geld wurde auch in ein dubioses Immobiliengeschäft gesteckt, bei dem ausgerechnet Vereinschef Peter L. einen guten Gewinn machte. Große Summen bunkerte L. auch bei sich.

    Er sagte vor Gericht, er habe sich nichts vorzuwerfen. Er habe sich nicht persönlich bereichert, sondern nur Rücklagen für den Verein gebildet. Verteidiger Marco Müller beantragte deshalb Freispruch. jöh

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