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Bei dieser Versteigerung war einiges geboten

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Bei dieser Versteigerung war einiges geboten

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    10 Uhr Die ersten Kunst-Fans kommen ins Café des Schaezlerpalais, um sich die besten Plätze zu sichern und noch mal einen Blick auf die 61 Kunstwerke zu werfen. Helga Häring zählt dazu. Eine Versteigerung findet sie spannend. Und sie möchte auch was Gutes tun, sagt sie. Viele Künstler, die ihre Bilder gestiftet haben, sind anwesend. Eberhard Schaub (Hasen-Immobilien AG) ist wie viele andere Kunstfreunde da. Er hat eine Bieterkarte. "Ich lasse mich überraschen."

    10.30 Uhr Auktionator Georg Rehm rüstet sich. Bei der Versteigerung hat sein "neuer" Auktionshammer Premiere. Das Stück aus Mahagoni und Elfenbein hat Rehm, der eine Sammlung besitzt, aus einem Nachlass erworben. Es stammt aus dem 19. Jahrhundert.

    10.40 Uhr Jürgen Marks, stellvertretender AZ-Chefredakteur, begrüßt die Gäste. Er lobt die hochwertigen Kunstwerke, die es wert seien, wenn man um sie streite. Dann ruft Rehm das erste Bild auf. Erika Augustin hat es gemalt. Der Bieter mit der Nummer 30 bekommt den Zuschlag. Diese Nummer wird sich Rehm noch merken.

    11 Uhr "Alle Hände hoch, wer noch nichts erwischt hat", sagt Rehm augenzwinkernd. Doch das Publikum muss nicht angeheizt werden. Überall werden Bieternummern gezückt, verheißt ein Fingerzeig dem Auktionator ein höheres Gebot. Manchmal geht es in Zehn-Euro-Schritten, manchmal in 100er-Sprüngen. Ein Sektglas fällt zu Boden. Bringt Glück, sagt einer. Er behält recht.

    11.05 Uhr Erste Bieterschlacht um die Startnummer 10: Wilhelm Eger und seine "Kauernde". Mit 250 Euro geht die Mischtechnik ins Rennen. 280, 450, 650 Euro - in Sekundenschnelle erhöht sich die gebotene Summe. Rehm kommt kaum mehr nach. Am Ende knallt der Hammer bei 3000 Euro. Die Nummer 30 hat den Zuschlag erhalten.

    11.50 Uhr "Es hat uns gefallen und wir tun was Gutes", sagen Susanne und Ernst-Hinrich Abbenseth. Sie haben sich für 2600 Euro die Metallskulptur von Erika Berckhemer gesichert. "Wir sammeln Berckhemer", sagen beide.

    12 Uhr Ein zweiter Höhepunkt: Die Gouache von Max Kaminski wird aufgerufen. "Rue Paradis" geht mit 3500 Euro an den Start. Am Ende darf ein Augsburger Banker das Bild für 4600 Euro mitnehmen.

    12.30 Uhr Rehm ruft die Kohlezeichnung "Gestürzter Krieger" von Markus Lüpertz auf. Aus 4000 Euro werden ruckzuck zu 5000, 6000 ... Am Fenster lehnt fast lässig ein Mann im Trenchcoat. Mit kleinen Hinweisen sichert er sich ein ums andere Mal das nächsthöhere Gebot. Er bleibt Sieger. Das Publikum applaudiert, als Rehm bei 8000 Euro den Hammer fallen lässt. Er sei ein Augsburger Unternehmer, der seiner Heimatstadt etwas Gutes tun will, sagt der Mann.

    12.40 Uhr Das Ölpastell von Doris Schilffarth geht für 3300 Euro weg. 600 Euro war der Startpreis. "Ich freue mich so", sagt die Augsburger Künstlerin. Wenn das eigene Werk unter den Hammer kommt, sei das unglaublich spannend.

    13.30 Uhr Nicht nur Bilder sind gefragt. Auch andere interessante Kunstwerke finden Liebhaber. Die originelle Papierhandtasche von Maria Verburg zum Beispiel. Rehm drückt jetzt auf die Tube. Kurz vor dem Finale kommt nochmal ein Höhepunkt: Das "Vermächtnis" des kürzlich verstorbenen Künstlers Luis Weidlich. Innerhalb von zwei Minuten steigt der Preis des Aquarellporträts von 200 auf 900 Euro. Nummer 30 erhält den Zuschlag.

    13.35 Uhr Die Auktion ist vorbei. Alfred Schmidt, Leiter der Lokalredaktion, kann einen spektakulären Erfolg vermelden: 55 000 Euro kamen zusammen.

    14 Uhr Die letzten Gäste verlassen mit ihren Kunstwerken das Museum. Auch die Nummer 30 ist darunter. Dahinter stecken ein Wahlaugsburger und seine Frau. Sie sind Kunstsammler. Ihr Antrieb allerdings war nicht nur das Sammeln allein: "Wir fanden die Aktion so toll, weil wir damit auch Gutes tun konnten." Noch am Samstag haben sie die Bilder aufgehängt. Es war ein bisschen Arbeit: An diesem Tag haben sie sich sechs neue Kunstwerke gesichert.

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