Minusgrade machen den Veranstaltern einen Strich durch die Rechnung. Da kein Besucher sich länger als nötig draußen aufhalten will, wird Jahrmarkt am Rathausplatz kaum beachtet. Von Nicole Prestle

Warum, fragt man sich, ist dieser Brecht im Februar geboren? Und warum fallen ausgerechnet in der langen Brecht-Nacht die Temperaturen auf den bislang niedrigsten Punkt dieses Winters? Die Voraussetzungen für die erste große Veranstaltung des Brecht-Festivals 2012 waren denkbar ungünstig. Minus 21 Grad waren für die Nacht auf Samstag vorausgesagt. Ein Programmpunkt – der Jahrmarkt auf dem Rathausplatz – erschien so manchem Besucher schon deshalb als undenkbar. Hinzu kam, dass bis nachmittags um 16 Uhr noch gar nichts von den im Programm angekündigten „nächtlichen Vergnügungen“ zu sehen war – von ein paar mit Holz gefüllten Metalltonnen einmal abgesehen; dabei waren doch auch Würstchenbuden und eine Schiffschaukel angekündigt gewesen. Eine Art virtueller Jahrmarkt also? Auch, aber nicht nur: Gegen 18 Uhr wurden auf dem Rathausplatz auch die Karussells noch aufgebaut.
Gut, dass diese lange Brecht-Nacht auch Veranstaltungen im Warmen bot: Stadtbad, Schaezlerpalais, Augustana-Saal – überall setzten sich Musiker, Schauspieler und andere Künstler mit dem Thema Brecht auseinander. Einer der Höhepunkte des Abends war der Auftritt von Peter Licht im Oberen Fletz des Rathauses. Ein interessanter Ort übrigens für Konzerte – könnte man für die Zukunft ins Auge fassen.
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