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"Das kostet den guten Ruf"

Augsburg

"Das kostet den guten Ruf"

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    In einer schwierigen Situation befindet sich Augsburgs Ballettdirektor Robert Conn nach der Absage der zweiten Produktion "Gemischtes Doppel". Foto: Ulrich Wagner
    In einer schwierigen Situation befindet sich Augsburgs Ballettdirektor Robert Conn nach der Absage der zweiten Produktion "Gemischtes Doppel". Foto: Ulrich Wagner Foto: Ulrich Wagner

    Das Schauspiel, das dort auf Zeit seine zweite Heimat finden sollte, konnte sich mit Ausweichquartieren in einer Werkshalle von Dierig und im Textilmuseum notdürftig für diese Spielzeit behelfen. Für das Ballett stellen diese Orte aber keine Alternative dar, und das nicht nur wegen der Säulen, die dort im Weg stehen. Zehn mal elf Meter muss die Tanzfläche groß sein bei einer Raumhöhe von gut fünf Metern, um akzeptable Bedingungen für eine Choreografie herzustellen. Außerdem muss der Raum beheizbar sein, um die Tänzer, die sich ja aufwärmen müssen, nicht einem zu großen Verletzungsrisiko auszusetzen.

    Sogar ein Kaufhaus stand zur Debatte

    Mit diesen Minimalforderungen und offenen Augen ist Robert Conn in den vergangenen Wochen durch die Stadt gefahren, um nach einer Spielstätte für seine Ballettproduktion zu suchen. Reichle'sche Wirtschaftsschule, der Barbarasaal, das Gaswerk, das H2-Museum im Glaspalast, sogar die ehemaligen Verkaufsräume von Woolworth nahm er in Augenschein, doch nach genauer Prüfung schied alles aus. Theaterräume wie die Stadthallen in Gersthofen und Neusäß kamen ebenfalls nicht infrage, da sie voll belegt sind. Ebenso die naheliegende Lösung, ins Große Haus im Theater umzuziehen. "Die Disposition ist so eng, dass nicht so einfach eine weitere Produktion mit Aufführungsterminen, Bühnen- und Beleuchtungsproben eingeschoben werden kann", erklärt Conn.

    Keine Chance also, "Gemischtes Doppel" auf die Bühne zu bringen. Seit Wochen ist die Compagnie dafür am Proben, drei von vier Stücken sind erarbeitet. Trotzdem: "Die Tänzer stehen nicht im Kreis und weinen", gibt Conn die Stimmung aus dem Ballettsaal wieder. "Wir arbeiten weiter täglich daran und sind bereit, wenn sich doch noch etwas ergibt."

    Keinen Zweifel lässt Conn aber daran, dass es unmöglich ist, weiterhin die herausragende Qualität, für die das Ballett in Augsburg derzeit steht, aufrechtzuerhalten, wenn der Container im Jahr 2011 nicht kommt. Weder ist er sich sicher, dass die Tänzer das weiterhin mitmachen, noch kann er namhafte Choreografen nach Augsburg locken, wenn diese damit rechnen müssen, dass ihre Arbeiten gar nicht aufgeführt werden. "Diese Absage wirft uns zurück und kostet uns unseren guten Ruf." Das wirkt sich auch auf die Planungen für die nächste Spielzeit aus. "Mir sind die Hände gefesselt, weil ich nicht weiß, wo und wie oft wir auftreten können", stellt Conn dar.

    Die klare Zusage, dass der Container zeitnah realisiert wird, ist es nun, welche nicht nur der Ballettdirektor, sondern alle Verantwortlichen und die Mitarbeiter dringend erwarten. "Personell und technisch sind wir mit zwei externen Spielstätten bereits am Limit angekommen, mehr können wir nicht mehr stemmen", macht Ursula Baier-Pickartz, die Leiterin Kommunikation am Theater, deutlich. Ganz zu schweigen davon, dass auch das Publikum, das sich trotz widriger Bedingungen am Theater bisher sehr solidarisch gezeigt habe, irgendwann nicht mehr mitspiele. "Wir waren in den letzten Monaten kreativ und flexibel und haben viel mit Teamgeist bewältigt, aber jetzt ist definitiv der Punkt erreicht, an dem es ohne den Container nicht mehr geht." Und Conn ergänzt: "Wir müssen einfach wissen, dass so etwas wie die Absage einer Produktion aus Raumnot, nie wieder passieren wird."

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