Mittwoch, 22. November 2017

02. September 2015 17:25 Uhr

Kundgebung

Demo gegen Hass – warum braucht es das?

Peter Grab und Anna Tabak veranstalten im Oktober eine Kundgebung auf dem Rathausplatz. Das hat auch mit ihrer eigenen Vergangenheit zu tun

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Viele Menschen gingen vor einem Jahr für den Frieden auf die Straße.

Von ute Krogull

Das Wort Friedensstadt werde so inflationär gebraucht, dass er es schon nicht mehr hören könne, schrieb unlängst ein AZ-Leser zum Thema Asyl. Anna Tabak und Peter Grab sehen das anders. Man müsse dem Begriff auch eine Bedeutung geben, sagen sie. Daher veranstalten die beiden am 11. Oktober eine Demo unter dem Motto „Nein zu Krieg und Hass“ – die zweite binnen eines Jahres.

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"Die Eskalation nimmt zu"

Anlass sind Anschläge auf Flüchtlingsheime in Deutschland, die näher an Augsburg heranrücken. Zuletzt hatten junge Männer einen Pflasterstein durchs Fenster einer Asyleinrichtung in Wertingen geworfen. „Die Eskalation in der Gesellschaft nimmt zu, das ist sozialer Brennstoff“, sagen Tabak und Grab.

Dass es so viele Vorurteile gebe gegen Menschen, die die Tortur von Krieg und Flucht hinter sich haben, dürfe nicht sein. Ihre eigenen Biografien stimmen sie in dieser Hinsicht besonders nachdenklich: Anna Tabak kam als Zehnjährige mit ihrer Familie als Kontingentflüchtling aus der Ukraine, Peter Grab musste als kleiner Junge mit seiner Familie aus politischen Gründen Tschechien verlassen. Sie wissen, wie schwer es ist, alles hinter sich zu lassen, wollen sich aber nicht nur für Flüchtlinge einsetzen, sondern auch für die vielen freiwilligen Helfer.

"Ein positives Zeichen setzen"

„Ohne sie würde alles zusammenbrechen, denn die Politik hat versagt“, sagen die beiden. Zu lange habe man sich auf der These ausgeruht, bessere Grenzkontrollen würden das Problem in den Griff bekommen. Daraus resultiere, dass Land, Bund und EU kein Konzept zur Lösung der Situation hätten. Die umständliche Bürokratie, unzureichende Informationspolitik und unkluge Verteilung der Ankömmlinge in Ballungsräume, in denen ohnehin Wohnungsnot herrscht, verschärften die Lage. Sie wollen aber nicht nur Kritik üben und Forderungen stellen, sondern auch ein positives Zeichen setzen: „Wir wollen das andere Deutschland zeigen und hoffen, dass das auch in anderen Städten passiert.“

Anna Tabak und Peter Grab sind beide politisch in der Bürgervereinigung „Wir sind Augsburg“ tätig. Grab, früher Kulturreferent, sitzt auch im Stadtrat. Bewusst wollen sie aber die Demo nicht als Politiker veranstalten, sondern als normale Bürger, damit politische Grenzen keinen vom Kommen abhalten.

Vergangenes Jahr machten 500 Menschen mit. Damals war die Kundgebung auch eine Reaktion auf eine recht aggressive antiisraelische Demonstration junger Türken gewesen. Für die Veranstaltung dieses Jahr gibt es auf Facebook rund 600 Zusagen.

Termin Sonntag, 11. Oktober, 14 bis 16 Uhr, Rathausplatz.

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Ressort: Lokalnachrichten Friedberg


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