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Prozess in Augsburg: Der Bräutigam war pleite - Gäste sollten Zeche zahlen

Prozess in Augsburg

Der Bräutigam war pleite - Gäste sollten Zeche zahlen

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    Wegen Betrugs musste ein frischvermählter Mann vor das Amtsgericht Augsburg.
    Wegen Betrugs musste ein frischvermählter Mann vor das Amtsgericht Augsburg.

    Eine Hochzeit kann eine kostspielige Angelegenheit sein. Ein 25-jähriger Bräutigam war äußerst knapp bei Kasse, hatte aber eine glänzende Idee: Die Gäste der Hochzeitsfeier sollten mit kleinen Geldgeschenken die Zeche finanzieren. Doch der Plan ging schief – und der Hochzeiter musste sich nun vor Gericht wegen Betrugs verantworten.

    Im Juni 2011 hatte der Bräutigam eine Vereinsgaststätte angemietet und rund 80 Gäste eingeladen. Mit Sekt stieß man auf das frisch getraute Paar an, das Büfett wurde eigens angeliefert. Verwandte und Freunde überreichten diskret Kuverts, in denen sich der Obolus in Form von Banknoten befand.

    Als der Wirt am Ende der Feier dem Hochzeiter die Getränkerechnung über 1400 Euro präsentierte und der Inhalt der Briefchen zusammengezählt worden war, gab es lange Gesichter. Es kamen nur 1050 Euro zusammen – also fehlten 350 Euro. Doch der Bräutigam war pleite. Weil die Rechnung auch nach drei Monaten noch offen war, erstattete der Wirt Strafanzeige wegen Betrugs.

    Der Angeklagte kommt nicht, ist dann aber reumütig

    Im Prozess vor Amtsrichter Thomas Kessler glänzte der Hochzeiter mit Abwesenheit. Deshalb erließ das Gericht einen Haftbefehl. Von seinem Verteidiger informiert, eilte der Angeklagte am folgenden Tag freiwillig zum Gericht, hatte 350 Euro in bar dabei, und legte reumütig ein Geständnis ab. An einer Strafe kam er allerdings nicht vorbei. Jetzt muss er 900 Euro (60 Tagessätze zu je 15 Euro) nachträglich als „außergewöhnliche Belastung“ für die Hochzeit verbuchen. (utz)

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