150 Millisekunden – mehr Zeit hat der Mensch nicht, wenn es um den ersten Eindruck geht. Egal, ob im Job oder im Privaten. Blitzschnell hat sich das Gegenüber eine Meinung gebildet. Sympathisch? Kompetent? Oder untauglich? Zeit für große Worte und Überzeugungsarbeit bleiben nicht.
Für Monika Matschnig ist daher klar, was den Erfolg ausmacht: ein souveränes erstes Auftreten, eine überzeugende Gestik und Mimik. „Man glaubt niemals den Worten, immer nur dem Körper“, sagt die diplomierte Psychologin. 90 Prozent seiner Wirkung verdankt der Mensch dem Körper. Doch der ist verräterisch. Wie der erfolgreiche Auftritt trotzdem gelingt, erläuterte Matschnig im Rahmen der Vortragsreihe „Formel Erfolg“, die die Augsburger Allgemeine mit der Freisinger GmbH „Unternehmen Erfolg“ veranstaltet.
„Die meisten hören gar nicht zu“
„Wirkung. Immer. Überall.“ heißt ihr Vortrag. Und Matschnig machte auf der Bühne der Gersthofener Stadthalle genau das: wirken, präsent sein und die Zuhörer fesseln. Kein leichter Job. Bei einem Vortrag folgten nur etwa 15 Prozent der Zuhörer tatsächlich dem Gesagten, erläuterte die Expertin. Der Rest döst oder hängt anderen Gedanken nach. Umso wichtiger seien die visuellen Reize, um das Publikum anzusprechen. „Das, was Sie sagen, sollten Sie mit dem Körper unterstreichen“, empfahl Matschnig. Sie selbst machte vor, wie es geht – ohne dass die Gestik übertrieben oder die Mimik künstlich erschien. Das hat mit Training zu tun, erklärte die Expertin. Aber nicht nur.
Es geht auch um die persönliche Einstellung. „Alles, was ich denke und fühle, strahle ich aus“, sagte Matschnig. Wer dem Kunden mit Selbstzweifeln oder dem Partner mit mieser Laune begegnet, wird nie überzeugend wirken. „Es liegt einzig und allein an uns selbst“, betont die Psychologin. An unseren Gedanken und Gefühlen. Die zu überprüfen, sei der erste Schritt zu einem gelungenen Auftritt.
Gleiches gilt umgekehrt: Wer mutlos daherkommt, mit eingefallenem Brustbein, hängenden Schultern, wird kaum euphorische Stimmung empfinden. Wichtig: Diese Blockaden zu lösen. „Brustbein hoch wirkt Wunder.“
Es sind oft Kleinigkeiten, die die Wirkung ausmachen. Ganz besonders in den ersten Sekunden des Aufeinandertreffens. Wenn Männer an ihren Hemdsärmeln zupfen oder Frauen den Ringfinger streichen, dann signalisiere diese Gestik Nervosität und Unsicherheit, zeigte Matschnig auf. Besser: Gerade hinstellen, Beine hüftbreit auseinander, Arme hängen lassen oder die Hände locker ineinander legen. Vermeiden sollte man, mit der Hand das Gesicht zu berühren. „Das wirkt negativ.“ Und lässt Spielraum für Interpretationen: Wer sich an der Nase reibt, könnte lügen. Wer mit dem Finger am Lid entlang fährt, tendiert zum Wegsehen, zeigte die Expertin auf.
Sie riet den Zuhörern, bei der ersten Einschätzung des Gegenübers selbst nicht allzu streng zu sein. Die Körpersprache hänge oft vom Menschentypus ab. „Suchen Sie das Gute und Schöne am Menschen“, sagte Matschnig. „Und treffen Sie Ihre Beurteilung mit Respekt.“
Die nächste Veranstaltung der „Formel Erfolg“ findet am Montag, 9. Mai, ab 19.30 Uhr statt. Prof. Dr. Lothar J. Seiwert erklärt in „Simplify Your Time“, wie mehr Zeit für das Wesentliche bleibt.