Was am Ende übrig bleibt, ist eine einfache Urne mit der Asche, die im anonymen Urnenfeld eines der Augsburger Friedhöfe bestattet wird. Und in manchen Fällen ist abgesehen von den Friedhofs-Beschäftigten auch niemand dabei, wenn die Urne versenkt wird – kein Pfarrer, keine Verwandten, keine Freunde. Wenn es niemanden gibt, muss die Stadt nämlich die Bestattung von Amts wegen anordnen.
Derartige Fälle sind die Seltenheit, doch bis zu zehn Verstorbene pro Jahr, die gar niemanden mehr haben, der sich um ein Begräbnis kümmert und es bezahlt, dürfte es laut Umweltreferent Rainer Schaal geben. Weitaus häufiger seien die Fälle, in denen die Verwandten einfach kein Geld haben und aus dem Nachlass des Toten die Kosten nicht bestritten werden können. „Das dürften um die 200 Fälle sein“, sagt Schaal.
Friedhofsamt bleibt auf den Kosten sitzen
Doch nur in etwa 50 Fällen stellen die Angehörigen auch einen Antrag beim Sozialamt oder dem Bezirk (bei Verstorbenen, die zuletzt im Heim lebten) auf Beihilfe. Bei den anderen 150 bleibt das Friedhofsamt auf den Kosten sitzen – sei es, weil sich die Angehörigen schämen oder weil sie sich nicht kümmern wollen.
Insgesamt dürfte es eine Steigerung bei diesen Begräbnissen geben, wenngleich sie wegen unterschiedlicher Zählweisen in der Vergangenheit nicht statistisch belegbar sind. Über die Gründe für die Zunahme mag Schaal nicht spekulieren. „Die Bestattungskultur hat jedenfalls nicht mehr den gleichen Stellenwert wie vor 50 Jahren“, sagt er.
Die Bestattungen, die die Kommune bezahlt, kosten um die 1800 Euro – das Schlichteste vom Schlichten gibt es dafür. „Aber es gibt eine Trauerfeier und es ist eine Beisetzung wie jede andere auch. Es ist einfach, aber würdevoll“, betont Schaal.
War der Verstorbene Mitglied einer Kirche, gibt auch ein Pfarrer das letzte Geleit – außer, es war vom Toten oder den Angehörigen ausdrücklich anders gewünscht.
In der Regel läuft ein Begräbnis auf Stadtkosten auf eine Bestattung im anonymen Urnenfeld hinaus – außer, der Verstorbene oder die Angehörigen haben es anders gewünscht. Ein ganz anderer Fall liegt im Übrigen dann vor, wenn ein alleinstehender Verstorbener ohne Verwandtschaft vorher mit einem Beerdigungsinstitut die Bestattung und die spätere Grabpflege geregelt hat.
Dass Menschen ganz ohne Begleitung begraben werden, kommt selten vor. „Die Namen werden ja auch auf der Sterbetafel in der Zeitung veröffentlicht“, so Schaal. Irgendwer – selbst wenn es die Verkäuferin aus dem Lebensmittelladen ist – kommt meist. „Aber es gibt eben auch die Begräbnisse, wo außer den Mitarbeitern niemand anders dabei ist“, sagt Schaal.