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Augsburg: Die Bus-Parade auf dem Rathausplatz

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Die Bus-Parade auf dem Rathausplatz

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    Die Stadtfarben sind nur noch in einem schmalen Streifen an der Fahrzeugfront angedeutet.
    Die Stadtfarben sind nur noch in einem schmalen Streifen an der Fahrzeugfront angedeutet. Foto: Anne Wall

    Mit großem Brimborium haben die Stadtwerke zusammen mit 300 Bürgern am Freitag auf dem Rathausplatz die Inbetriebnahme ihrer 13 neuen Erdgasbusse gefeiert. Um die Busse hatte sich zuletzt eine politische Debatte entzündet, weil der SPD die silberne Lackierung, die das bisherige Farbkleid in den Stadtfarben ablöst, nicht gefällt. Oberbürgermeister Kurt Gribl (CSU) und Stadtwerke-Geschäftsführer Walter Casazza verteidigten die Farbgebung. „Ich hoffe, dass die Augsburger die neuen Fahrzeuge ins Herz schließen“, so Gribl. Lasse man die Farbdiskussion beiseite, handle es sich um einen „Meilenstein für die moderne Mobilität“. Eine Umlackierung der Bestandsfahrzeuge ist nicht geplant.

    Die 13 klimatisierten Busse sind ab sofort Bestandteil der Busflotte aus knapp 90 Fahrzeugen. Sie haben einen Erdgasantrieb und verfügen über einen Stellplatz mehr für Kinderwagen/Rollatoren/Rollstühle. In den bisherigen Bussen ist bei zwei Kinderwagen und einem Rollator in der Regel Schluss. „Wir tragen dem demographischen Wandel Rechnung“, so Casazza. Er kündigte auch eine Umfrage unter Fahrgästen an, um festzustellen, wie die neuen Busse ankommen. Silber haben man gewählt, weil helle Farben bei Fahrgästen gut ankommen. In der Tat ist Silber eine Modefarbe bei Bussen – auch andere Stadtwerke wie Karlsruhe (Casazzas frühere Wirkungsstätte) oder Hamburg setzen darauf.

    Lichter zeigen, wo man einsteigen darf

    Weitere Neuerung: LED-Leisten im Boden außen an den Türen. Sie sollen mehr Sicherheit bieten und die Fahrgäste mittels Farbgebung auf den bei manchen nach wie vor ungeliebten kontrollierten Vordereinstieg hinweisen. Auch im Innenraum gibt es rot/grüne Leuchten an den Türen. Sie signalisieren, ob die Tür bei der nächsten Haltestelle automatisch öffnet oder ob man noch den Knopf drücken muss.

    Zudem wird Fahrgästen auf großen Monitoren neben der nächsten Haltestelle in Echtzeit angezeigt, welche Anschlüsse erreicht werden. Auf den Bildschirmen ist auch die Einblendung von Fahrgastinformationen oder Nachrichten möglich. Casazza plant mittelfristig, die Combino-Trams, die noch über keine Fahrgastmonitore verfügen, entsprechend auszustatten. Bei den Bussen hatte sich Mercedes bei einer Ausschreibung nach Jahrzehnten einmal gegen MAN durchsetzen können. Auch bei der turnusgemäßen Erneuerung der Busflotte in den kommenden Jahren soll es auf Mercedes hinauslaufen. Ausschlaggebend waren auch die günstigen Verbrauchswerte. Die sind offenbar so gut, dass während des halbstündigen Festaktes mit Blasmusik, Torte und Fahrzeugsegnung die Motoren der sieben präsentierten Busse im Leerlauf bullerten.

    Grundsätzlich ist die Augsburger Busflotte aber mit die umweltfreundlichste in Deutschland, weil sie mit Erdgas aus Biogasanlagen fährt. Der CO2-Ausstoß liegt somit fast bei null. Oberbürgermeister Gribl betonte, dass ein attraktiver Nahverkehr angenommen werde.

    Fast 60 Millionen Fahrgäste

    Im vergangenen Jahr stellten die Stadtwerke mit knapp 60 Millionen Fahrgästen einen neuen Rekord auf, wobei auch die Einwohnerzahl der Stadt zugenommen hat. „Wenn man sich vorstellen würde, dass diese 60 Millionen stattdessen mit dem Auto gefahren wären, hätten wir Dauerstau“, so Gribl. Gleichwohl wolle man niemandem das Autofahren madig machen und Autofahrer ausbremsen. „Aber wenn das Angebot im Nahverkehr stimmt, dann kommen die Leute von selbst drauf.“ Den meisten Augsburgern, die bei der Präsentation waren, ist die Farbe der Busse eher egal. Aenne Mader zum Beispiel interessieren eher die technischen Neuerungen und nicht die Lackierung. Sie findet, solange die Stadtfarben und das Wappen auf der Front der Busse vertreten sind, kann man diese auch leicht der Region zuordnen.

    Die Lackierung der alten Busse war auch nicht jedermanns Sache. Simone Troch ist froh über die farbliche Neuerung, denn sie bietet Abwechslung zu den immer gleichen Wappenfarben im Augsburger Nahverkehr. Es gibt aber auch Stimmen, wie die von Frank Arnegger, der sich mehr Traditionsbewusstsein wünscht. Rot, Grün und Weiß sollten auch weiterhin die Hauptfarben auf Bussen sein, denn seiner Meinung nach sind sie ein wichtiger Bestandteil der regionalen Identität. Dionysius Scheh hingegen kann nicht verstehen, dass sich die Politik derart intensiv mit der Thematik beschäftigt hat. Seiner Meinung nach gibt es weitaus wichtigere Dinge. Bei Alexander Waitr hinterließ der Innenraum einen guten Einruck. Die Sitze seien bequem. Die Mercedes-Modelle machen laut Markus Rilling innen einen sehr geräumigen Eindruck, weil zwischen den Sitzreihen ein größerer Freiraum ist als bei denen von MAN. Auch die neuen Armlehnen wurden von ihm lobend erwähnt.

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