Aber von Anstrengung keine Spur. Sie lächelt und sagt: "Viele Dinge mache ich einfach, weil ich nicht Nein sagen kann."
Auf diese Weise sei sie auch Stadtteilmutter für den Kinderschutzbund und die Stadt geworden. Eine der Betreuerinnen habe sie vor drei Jahren angesprochen: "Frau Kaya, Sie können doch Türkisch und Deutsch, wir könnten ihre Unterstützung wirklich gut gebrauchen." Zunächst habe sie sich nicht zugetraut, bei dem Projekt mitzuwirken. Inzwischen ist sie jede Woche in allen Kitas in Oberhausen unterwegs. Sie betreut eine Gruppe mit türkischen Müttern und eine zweite Gruppe mit Frauen unterschiedlicher Herkunft.
"Ich gebe ihnen Bastelanleitungen und spielerische Aufgaben, die sie dann zu Hause mit ihren Kindern machen können. Dabei steht immer die Sprachbildung im Mittelpunkt", erklärt sie. Um richtig Deutsch zu lernen, sei es für die Kinder wichtig, auch die Sprache der Eltern zu beherrschen. Daneben ist das Projekt für die Frauen im Stadtteil gut, um untereinander Erfahrungen auszutauschen. "Die Mütter werden selbstbewusster", sagt Kaya.
Ihre eigene Herkunft erleichtere ihr dabei den Zugang: "Es ist nicht so, dass die Mütter mir mehr vertrauen als den Kindergärtnerinnen. Aber die türkische Sprache macht viel aus."
Kaya ist vor 20 Jahren nach Deutschland gekommen. Seit 14 Jahren lebt sie in Oberhausen, weil ihr Mann dort arbeitet. Den Stadtteil schätzt sie wegen der guten Nachbarschaft. Sie sagt: "Ich kenne hier jede Ecke. Es ist ein toller Zusammenhalt zwischen den Menschen. Egal, wo ich hingehe, ich sehe immer ein bekanntes Gesicht." Zudem seien die Vereine und sozialen Träger in Oberhausen sehr gut vernetzt. Dadurch gebe es viele Angebote für die Anwohner. Ein Umzug kommt für Kaya nicht infrage. "Höchstens aufs Land. Aber ich könnte mir nicht vorstellen, in einem anderen Stadtteil von Augsburg zu leben", sagte sie.