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Pop&Poesie: Diese funkelnden Momente

Pop&Poesie

Diese funkelnden Momente

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    Diese funkelnden Momente
    Diese funkelnden Momente

    Und plötzlich findet alles zusammen, das Leichte und das Sperrige, die Lust und die Wut. Frank Spilker reißt mit der Akustikgitarre einen treibenden Rhythmus auf und Stefan Schmitzer fügt seine Verse ein: „Scheiß sozialer Friede.“ Und hier, auf der glanzlosen Bühne der Kresslesmühle, an einem Abend nahe dem Laienspiel, entsteht dem diesjährigen Brecht-Festival einer der bislang sehr raren, funkelnden Momente.

    Wahrscheinlich muss es heißen: Gerade hier entsteht er. Denn sein Funkeln ist der Unmittelbarkeit und der Unfertigkeit eines solchen Abends weit diesseits der Inszenierungen im Goldenen Saal geschuldet, der nie verborgenen Möglichkeit des Scheiterns. In einer Art Werkstatt aus Pop und Poesie trafen der Grazer Dichter Schmitzer und der Hamburger Musiker Spilker aufeinander: hier der Autor sprachwuchtig und songverwandt mäandernder Polit-Gedichte, dort der Autor poetischer Lieder, der seit 25 Jahren mit seiner Band „Die Sterne“ Ich und Gesellschaft bespiegelt. Etwas hochtönend als „Abenteuer mit kühnen Wesen“ und „pop-poetischer Aufstand“ angekündigt, war es jedenfalls wieder einer dieser popkulturellen Versuche, die Lydia Daher seit Jahren als Kuratorin in Augsburg etabliert. Zum Glück. Denn diese kleinen Wagnisse binden ein ansonsten vernachlässigtes und doch treues, dankbares Publikum ein (die Mühle war sehr gut gefüllt). Und sie lösen das offizielle Brecht-Starren assoziativ, mit zugleich spielerischen und kritischen Mitteln der Gegenwart. Also: kein einziges Brecht-Wort, aber dafür vielleicht mehr Brecht-Geist.

    Schmitzer sprach seine sperrigen Gedichte – nur in den Pointen eingängig; Spilker sang in ungewohnter Liedermacher-Manier – nicht immer sattelfest. Sie wechselten einander ab, und der Abend schwankte gut gelaunt in allen Dichtegraden. Bis sie schließlich zusammenfanden – und dann plötzlich alles zusammenfand.

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