Gero Gode ist 24 Jahre alt. gerade hat er sein Wirtschaftsstudium abgeschlossen und schon mehrere Unternehmen gegründet. Dafür zahlt er aber einen hohen Preis.

Gero Gode hat gerade seine Diplomarbeit im Fach Betriebswirtschaftslehre abgegeben. Demnächst hat er nicht nur den Uniabschluss in der Tasche. Mit dem Ende seines Studiums kann der 24-Jährige auch als Jungunternehmer ungewöhnliche Erfolge vermelden. Gerade hat er die Marke von einer Million Euro mit seinem „Alpha Star Aktienclub“ geknackt. Diese Summe haben insgesamt 70 Kunden seiner Anlegergemeinschaft in Börsengeschäfte investiert.
Rückblick, fünf Jahre zuvor: 19 Jahre ist Gero alt und hat gerade mit BWL an der Uni Augsburg begonnen. Der gebürtige Erfurter hat große Ziele. Er will sich etwas aufbauen im Finanzsektor, sein Wissen praktisch umsetzen. Mit seinem älteren Bruder, einem Analysten, gründet er den „Alpha Star Aktienclub“. Die Strategie der beiden Neulinge: Sie setzen auf den deutschen Mittelstand, auf Familienunternehmen. „Wir wollten unentdeckte Perlen finden, die von den großen Banken nicht berücksichtigt werden“, sagt Gero.
Die ersten 5000 Euro investieren sie selbst. Was dann kommt, ist eine Zeit, die Gero rückblickend als „extrem hart“ beschreibt. Ohne Erfolgszahlen präsentieren zu können, müssen die Neulinge auf einem hart umkämpften Markt Anleger von ihrem Konzept überzeugen. Drei Jahre lang putzen die beiden Türklinken, rühren die Werbetrommel für ihren Club. Gero hält Vorträge am Börsenforum der Uni Augsburg. Jeden, den sie kennen, sprechen die Brüder an. Erst sind es nur Familie und Freunde, die Geld bei ihnen anlegen. Mittlerweile, nach fünf Jahren Arbeit, hat der Aktienclub 70 Mitglieder und ein Volumen von einer Million Euro. „Diese Hürde ist geschafft, ein tolles Gefühl“, sagt Gero. Der der Aktienclub ist nicht das einzige Projekt des ehrgeizigen 24-Jährigen, der sich in der Branche schon einen Namen gemacht hat. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtete bereits über das Börsentalent. „Multi-Talent“ schrieb auch Autor Kay Städele im Marketingmagazin Werben&Verkaufen über den ambitionierten Jungunternehmer, der bereits während seines Studiums beim McKinsey-Wettbewerb „CEO of the future“ den fünften Platz erreichte.
Gero Gode hat immer neue Ideen. In 20 deutschen Städten, darunter auch in Augsburg, startete er die Aktion Free-Copy, bei der Studenten auf mit Werbung bedruckten Zetteln umsonst kopieren konnten. Später gründete er die Plattform Teambon.de mit vergünstigten Gutscheinen für lokale Geschäfte. Nur einen Monat nach Gründung verkaufte er sein Projekt an einen der beiden Marktführer, DailyDeal.de in Berlin.
Sein neuestes Projekt läuft im Internet: Biodeals.de - eine Plattform, die Unternehmen mit nachhaltigen Produkten vermarktet. Um die Kunden von Produkten wie ökologische Katzenstreu zu überzeugen, arbeitet Gero sieben Tage die Woche – bislang neben seinem Studium. Morgens um 8 Uhr fängt er in einem Büro in der Maxstraße an, wo er einige Tische angemietet hat. Wenn er nach Hause kommt, ist es meist weit nach Mitternacht. Was die Arbeitsmoral angeht, ist der amerikanische Immobilien-Mogul und Milliardär Donald Trump sein Vorbild.
Für seinen Erfolg zahlt Gero Gode aber einen hohen Preis. Schlafmangel und Druck sind seine ständigen Begleiter. Zeit für Freunde, für seinen geliebten Sport, bleibt kaum. Zwei Wochen lag er schon einmal im Bett, vor Erschöpfung war er zusammengebrochen. Erinnerungen, die er schnell wegschiebt, daran will er nicht auch noch denken: 15 Mitarbeiter hat er für sein neues Projekt eingestellt. Sie warten darauf, dass der Erfolg nicht lange ausbleibt.
Auf großem Fuß leben kann der Jungunternehmer noch nicht, auch nicht von den Ausschüttungen aus seinem Aktienclub. „Es reicht, um mir meine 50-Quadratmeter-Wohnung in der Innenstadt finanzieren zu können, in der ich selbst nicht zu kochen brauche“, sagt der 24-Jährige. Auch sein Start-up Biodeals.de wird wohl erst im Sommer schwarze Zahlen schreiben.
Den großen Reibach machen will er mit seinen Unternehmensgründungen sowieso nicht. Gero hat einen anderen Traum: „Ich will mit talentierten Menschen, das beste Team der Welt schaffen.“
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