"Duschen ist gut, baden ist besser, das Beste aber ist das Schwimmen." So heißt es auf einem Plakat von 1903. Damals ging man noch ins Alte Stadtbad, um sich zu waschen. Diese und andere Geschichten sowie zahlreiche Bilder von der Entstehungszeit bis heute hat der Verein der Freunde des Alten Stadtbads ausgegraben und in einem Bildband zusammengetragen. Die Idee kam, als sich die Liebhaber des Jugenstil-Bades dieses Jahr erfolgreich gegen den von der Stadtregierung geplanten Verkauf einsetzten.
"Wir wollen die vielen schönen Seiten unseres Bades zeigen und bekannt machen, wie die Augsburger es erleben", sagten gestern Jan Fertig und Claudia Zerbe vom Verein. "Damit wollen wir verdeutlichen, wie unverzichtbar es ist." So kam gleich bei Gründung des Vereins, der sich für den Erhalt des Stadtbads einsetzt, die Idee zu dem Buch.
Viele Monate lang haben die Mitglieder dafür in Archiven recherchiert und Sponsoren für Druck und Veröffentlichung gesucht. Sie haben Details wie Hinterglasmalereien, Blumenornamente und Schnitzereien fotografiert, Dokumente ausgegraben, Badegäste befragt. "Wir wollten nichts übers Knie brechen", sagt Fertig.
Glücklich und stolz sind die Mitglieder des Vereins jetzt, ihr Werk "Altes Stadtbad - 100 Jahre Geschichte" in Händen halten zu können. Viele Mitglieder, aber auch Sponsoren waren zur Präsentation im Jugendstiljuwel gekommen. Auf gebundenen rund 60 Seiten Hochglanzpapier werden die Fotos und Dokumente nun gezeigt.
Auch Sportreferent Peter Grab freute sich darüber. "Das Buch ist eine hervorragende Gelegenheit, die herausragende Schönheit des Bades zu zeigen und damit mehr Gäste zu gewinnen", sagte er bei der Vorstellung. Und er erhielt Beifall für gute Nachrichten aus dem Finanzausschuss: "Die Sanierung des Dampfbads ist durch", verkündete er.
Mit Geldern aus dem Projekt KuSpo hat er zur Veröffentlichung des Buches beigetragen. 10 000 Euro insgesamt kamen dafür zusammen, weitere Sponsoren sind die Stadtsparkasse, das Brauhaus Riegele, die Stadtwerke, das Café im Alten Stadtbad, die Allianz, die Stadtzeitung und der Herba Verlag.