Lange haben Nachbarn gerätselt: Wer leert denn nur immer den Müll aus den Abfallkörben im Alten Haunstetter Friedhof und verstreut in ringsherum? Kürzlich sah die Anwohnerin Margot Mayer-Flügel aus dem Küchenfenster. Da ertappte sie den Müllsünder auf frischer Tat. „Es ist eine Krähe“, sagt sie amüsiert.
Seit rund zwei Jahren rupft der Vogel schon Verpackungen, alte Zeitungen und anderen Abfall aus Körben neben den Friedhofsbänken. „Wir haben alle möglichen Personen verdächtigt und uns mit den Nachbarn darüber beraten“, erzählt die Haunstetterin, die den Müll immer wieder aufräumte. „Aber wir haben lange gebraucht, bis wir draufkamen, wer den Abfall rauszieht.“
Vor Kurzem ging die Beamtin in Pension. Deshalb hat sie mehr Zeit, die Abfallkörbe am Friedhof im Blick zu behalten. Abends bei der Küchenarbeit schaute sie aus dem Fenster auf den Friedhof und konnte das Rätsel endlich lösen. „Ich dachte, ich werd‘ verrückt, als ich sah, was die Krähe da alles rausrupft.“ Offensichtlich suchte der Vogel nach Essensresten.
Nun kennen die Nachbarn den tierischen Müllsünder. Schlecht zu sprechen sind sie auf die Krähe trotzdem nicht. Sie bekam vielmehr den Spitznamen „Rabrab“. Und Mayer-Flügel räumt den Abfall weiter geduldig auf. „Es ist uns ein großes Vergnügen, der Krähe zuzusehen und nach der Aktion das ganze Durcheinander wegzuräumen“, sagt sie. „Alle schimpfen immer über Müll, aber in diesem Fall ist es okay.“