Der Tiger wurde an einer Minigolfanlage am Waldrand gesichtet, bestätigte ein Polizeisprecher auf Anfrage. Das Tier stamme nicht aus dem Zoo der Stadt, weil der dortige Tiger nicht ausgebrochen sei. Auch der Verdacht, der Tiger könne dem Dompteur Christian Walliser entlaufen sein, bestätigte sich nicht.
"Es ist keiner unserer Tiger", so Jan Walliser. "Als wir die Nachricht von der Polizei hörten, haben wir sofort nach den Tigern gesehen." Mit großer Erleichterung haben die Walliser festgestellt, dass noch alle seine Tiger sicher im Gehege untergebracht waren.
Was tun, wenn man auf einen Tiger trifft?
Im Falle eines direkten Kontaktes mit dem Raubtier rät der Dompteur, sich ruhig zu verhalten. "Es bringt überhaupt nichts wegzurennen oder auf einen Baum zu klettern", so der Tiger-Experte. "Tiger können sehr gut klettern und greifen auch gerne von Bäumen aus an." Außerdem würde das Wegrennen den Raubinstinkt in dem Tier wecken und es zur Jagd anstacheln.
Deshalb sei es besser, sich ruhig zu verhalten und nicht zu bewegen. "Dann kann man nur noch hoffen, dass der Tiger keinen Hunger hat", so Walliser. Denn einem hungrigen Tiger kommt jede Beute recht - auch Menschen. Betäubungsmittel gebe es in der Nähe Augsburgs laut dem Experten in der Tierklinik in Gessertshausen. Sollte es allerdings um Menschenleben gehen, müsse man das Tier eben mit scharfer Munition töten, erklärte Walliser.
Die Augsburger Beamten fahnden mit einem Großaufgebot nach dem Tiger. Etliche Streifen aus der Region wurden vor Ort zusammengezogen. Auch Feuerwehrmänner rückten an, ein Polizeihubschrauber nahm die Suche aus der Luft auf. AZ