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Augsburg: Feuerwehr steckt trotz Blaulicht im Stau

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Feuerwehr steckt trotz Blaulicht im Stau

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    Eine Fahrt durch die Innenstadt ist für Rettungskräfte – im Bild Friedhelm Bechtel von der Berufsfeuerwehr – purer Stress. Oft bemerken Autofahrer die Einsatzfahrzeuge zu spät, um den Weg freizugeben.
    Eine Fahrt durch die Innenstadt ist für Rettungskräfte – im Bild Friedhelm Bechtel von der Berufsfeuerwehr – purer Stress. Oft bemerken Autofahrer die Einsatzfahrzeuge zu spät, um den Weg freizugeben. Foto: Foto: Silvio Wyszengrad

    Es ist eine Stresssituation für Autofahrer und Einsatzkräfte gleichermaßen: Wenn Feuerwehr, Rettungsdienst oder Polizei mit Blaulicht und Martinshorn durch die Straßen kurven, wissen Autofahrer oft nicht, wie sie sich richtig verhalten sollen. „Einfach war es noch nie, aber es ist noch problematischer geworden“, sagt Feuerwehrsprecher Friedhelm Bechtel. Vereinzelt liege das daran, dass Autofahrer keine Lust haben, beiseitezufahren, meist seien sie aber überfordert. Extremes Beispiel: Als an einer Kreuzung nichts mehr ging, stieg Bechtel aus dem stehenden Löschzug aus und bat Autofahrer, beiseitezufahren.

    Für die Einsatzkräfte sind Blaulichtfahrten meist Stress. Denn von Gesetzes wegen sind Blaulicht und Martinshorn kein Freifahrtschein, um über rote Ampeln zu preschen. Autofahrer müssen zwar Platz machen, aber erzwingen können die Einsatzkräfte sich die Vorfahrt nicht. Vor allem rote Ampeln sind ein Problem, wenn schon eine Autoschlange davorsteht.

    Autofahrer dürften sich trotz Rotlicht langsam in die Kreuzung tasten, um den Rettungsweg freizumachen. „Die meisten trauen sich aber nicht. Dabei würden häufig schon 1,5 Meter reichen, und alles wäre gut. So gibt es aber häufig Chaos“ , sagt Bechtel. Wenn es sich um eine Ampel mit Rotlicht-Blitzer handelt, meldet die Feuerwehr ihre Durchfahrt später bei der Polizei, um Autofahrern, die über die Haltelinie gerollt sind, Ärger zu ersparen.

    Vorrangschaltung an Ampeln auf wichtigen Routen

    Um dem Problem mit den roten Ampeln einigermaßen aus dem Weg zu gehen, hat die Feuerwehr auf einigen ihrer Hauptrouten, im Westen etwa der Anfahrtsweg Richtung Klinikum, Vorrangschaltungen in den Ampeln. Mit Grünlicht werden die Wege schon „durchgespült“, bevor der Löschzug anrückt. Wie Autofahrer sich im Einzelfall verhalten sollen, ist schwierig zu sagen, weil es auf die Gegebenheiten ankommt. „Die meisten wollen die Strecke ja freimachen, aber wissen im Stress nicht, wie sie es richtig machen“, sagt Bechtel. Am problematischsten ist es, wenn die Pkw-Lenker ohne zu schauen ein Rotlicht überfahren oder auf freier Strecke plötzlich anhalten. Auf einspurigen Fahrbahnen sollten Autofahrer blinken und dann an den rechten Straßenrand fahren (siehe Info).

    Martinshorn kommt nicht gegen laute Musik im Pkw an

    Auch die Polizei bestätigt den Trend, dass Autofahrer schlechter reagieren. Zwar tun sich die schmaleren Streifenwagen mitunter leichter als die breiteren Rettungs- und Feuerwehrfahrzeuge, doch auch Polizisten kommen manchmal schwer durch. „Das könnte daran liegen, dass die Autos inzwischen besser schallgedämmt sind als früher“, vermutet Polizeisprecher Hieronymus Schneider. Eine Ursache, vermutet die Feuerwehr, könnte auch der zunehmende Verkehr sein.

    Nach Beobachtungen der Feuerwehr reagieren Frauen und Fahrer kleinerer Autos übrigens meist aufmerksamer. „Männer hören vielleicht lauter Musik und hören das Martinshorn später“, vermutet Bechtel. Polizei und Rettungsdienst fahren zudem häufig nicht die ganze Strecke mit Martinshorn, sondern schalten dies oft nur vor Kreuzungen ein.

    Die Feuerwehr fährt die ganze Zeit mit Martinshorn, doch das erhöht wiederum den Stress für Autofahrer. Immer wieder kommt es auch vor, dass Autofahrer mutwillig den Einsatzkräften in die Quere kommen, sich etwa in den Löschzug, der aus mehreren Fahrzeugen besteht, einreihen oder zwischen den Fahrzeugen die Straße queren. „Solche Chaoten gibt es auch“, sagt Bechtel.

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