Behinderte klagen oft über fehlende Barrierefreiheit in der Stadt. VHS und Uni bieten nun unbürokratische Hilfe

Barrierefreiheit ist immer wieder ein großes Thema an unserem Lesertelefon. Bürger weisen die Redaktion darauf hin, dass es hier und da in der Stadt hapert, wenn man nicht uneingeschränkt mobil ist. Manfred Müller meldete sich nun zum zweiten Mal bei unserer Zeitung – mit einer guten Nachricht.
Der 61-Jährige aus Neusäß ist gehbehindert. Deswegen hatte er lange Probleme, wenn er Veranstaltungen der Volkshochschule (VHS) an der City-Galerie besuchen wollte. Es fehlten ausgewiesenen Parkflächen direkt am Gebäude, hatte Bauer im Februar geklagt. Stefan Glocker, der Leiter der VHS, hatte damals offen Defizite eingeräumt. Auf Anfrage unserer Zeitung bot er Behinderten an, ihnen einen Chip auszuhändigen, damit sie die Zufahrtsschranke öffnen können und direkt vor dem Gebäude parken könnten. Manfred Bauer hat’s probiert und ist begeistert. „Es funktioniert“, vermeldete er gestern am Lesertelefon.
Dafür hatte er vergangene Woche an anderer Stelle Probleme. Der 61-Jährige wollte ein Konzert im Leopold-Mozart-Zentrum (LMZ) in der Maximilianstraße besuchen. Weil der Konzert-Saal im zweiten Stock war, sucht Bauer nach einen Aufzug – ohne Erfolg. Klaus Peter Prem, Pressesprecher der Uni, zu der das LMZ gehört, bestätigte die Probleme. Das „alte Konservatorium“ ist de facto nicht barrierefrei, so Prem. Einen Aufzug in den zweiten Stock gibt es nur im benachbarten „Limbächerhaus“ (Maximilianstraße 57, Zugang über den Antonius-Hof), von dem aus ein Verbindungsgang zum Konzertsaal führt. Aber selbst über diesen Umweg blieben noch vier Stufen zu überwinden. Auch Prem bot eine unbürokratische Lösung an: Wer abends ein Konzert im LMZ besuchen will, kann sich während der Bürozeiten im LMZ-Sekretariat unter Tel. 0821/450416-17 ankündigen. Dann würde man den Zugang über das Limbächerhaus regeln.
Kongresshalle: Keine Stolpersteine im Erdgeschoss
Auch Ruth Liehr war auf der Suche nach einem Aufzug – und zwar in der Kongresshalle. Sie sei enttäuscht, dass es trotz der umfangreichen Renovierungen keinen Lift zu den Balkonplätzen gebe, sagte sie unserer Redaktion am Telefon. Götz Beck, Chef der Kongresshalle Augsburg Betriebs GmbH, erklärte, dass im Zuge des Umbaus viel für die Barrierefreiheit getan wurde.
Am Haupt- und Parkeingang gebe es Rampen, vier Toilettenanlagen seien behindertengerecht und auch auf der Terrasse wurden die Stolpersteine entfernt. Spezielle Sitzplätze für Behinderte gebe es unten im Saal. „Das, was notwendig war, ist getan worden“, sagte Beck. Deswegen habe man keinen weiteren Handlungsbedarf gesehen, auch den Zugang zum oberen Rang mit einem Aufzug zu ermöglichen. Zumal das Gebäude unter Denkmalschutz steht und es deswegen aufwendig gewesen sei, einen Lift zu integrieren. (monik)
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