Balkan-Beats und Schlagerschnulzen, dazu spontane Spaßeinlagen und farbiger Zirkus-Zierrat prägten das Konzert von Gankino Circus im Hempels. Für das Publikum war das ein schillerndes Feuerwerk. Vier unvergleichlich irrwitzige Herren traten auf; ihre Herkunft: Dietenhofen.
Markt Dietenhofen ist ein kleiner Ort im mittelfränkischen Landkreis Ansbach. Dort sind Herr Wieland (Gitarre, Banjo, Gesang), Herr Eder (Akkordeon, Perkussion, Gesang), Herr Schorndanner (Saxofon, Bassklarinette, Gesang) und Herr Sens (Schlagwerk, Gesang) zu Hause, dort finden sie vor allem die Inspiration für ihre schrillen Shows. Ein Männertanz als Auftragswerk der Dietenhofener Disco, ein sehr sehr grausames Stück über einen sehr sehr grausamen türkischen Metzger in Kebap-Moll oder einfach nur die Dietenhofener Volksmusik, die unter dem Einfluss der dort dereinst ansässigen Bulgaren steht. Klar, das waren alles Märchen – aber schöne. Und das dazugehörige Event war noch schöner.
Gankino Circus zu erleben, war wie ein Ausflug in die Welt des Zirkus’: Skurril, eigenartig und bezaubernd. Authentisch wirkte das Treiben der virtuosen Musiker, die ihr absonderliches Instrumentarium in den Dienst ihrer eigensinnigen Musik stellten. Das klang mal wie der frühe Tom Waits, mal wie eine Persiflage auf den Schlager der 1950er Jahre, mal wie Balkan pur. Immer aber wie gute, rohe, erdige Musik.
Kraft- und schwungvoll waren die kurzen Stücke, welche die Zuhörerschaft gar dazu verlockte, in ekstatische Tänze zu verfallen. Freude verbreitete der mittelfränkische Zirkus-Pop mit osteuropäischer Attitüde. Es war ein Fest für die Sinne, ein wahrer Ohren- und Augenschmaus, friedvoll und doch irgendwie auch anarchisch. Dietenhofen sei Dank!