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Müllaffäre: Gespannte Stimmung im Gerichtssaal

Müllaffäre

Gespannte Stimmung im Gerichtssaal

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    Gespannte Stimmung im Gerichtssaal
    Gespannte Stimmung im Gerichtssaal

    Die Atmosphäre im Saal ist angespannt. Seit gestern wird den drei mutmaßlichen „Maulwürfen“, die nach Ansicht der Ermittler im Jahr 2006 die Augsburger Müllaffäre ins Rollen brachten, vor dem Landgericht der Prozess gemacht. Damals wurden unserer Zeitung unter anderem Prüfberichte zugespielt, welche die nicht genehmigte Verbrennung von giftigen Filtern in der Abfallverwertungsanlage (AVA) belegten.

    Gleich zu Beginn zeigte sich: In dem Verfahren sind die Fronten verhärtet. Verteidigung und Staatsanwaltschaft beharkten sich immer wieder. Stundenlang wurde der Kripobeamte, welcher die Ermittlungen leitete, von den Anwälten der Angeklagten in die Zange genommen. In der Anklageschrift wird den Männern eine Verschwörung gegen den damaligen AVA-Chef Walter Michale, vorgeworfen. Den drei Angeklagten sei es darauf angekommen, „durch Streuung von Gerüchten und Entfesselung einer Pressekampagne den Geschäftsführer Dr. Michale zu stürzen“, sagte Staatsanwalt Franz Wörz. Dazu hätten sie anonyme Briefe versandt, um Michale in Misskredit zu bringen. Die Angeklagten weisen das von sich. Mit den Briefen hätten sie nichts zu tun, ließen sie wissen. Weitere Angaben machten sie zunächst nicht.

    Die Angeklagten schwiegen, ihre Anwälte dagegen meldeten sich gestern häufig zu Wort. Ein Vorwurf, der dabei immer wieder zur Sprache kam: Kripo und Staatsanwaltschaft hätten einseitig zulasten der Angeklagten ermittelt. „Warum sind entlastende Momente nicht überprüft worden?“, wollte Anwältin Alexandra Gutmeyr von dem zuständigen Kripobeamten wissen. Gutmeyr verteidigt den angeklagten Betriebsratschef. Er ist der Einzige aus dem Trio, der nach wie vor bei der AVA arbeitet. Staatsanwalt Franz Wörz wollte das so nicht stehen lassen. Es sei nicht einseitig ermittelt worden, konterte er. Direkt an Gutmeyr gewandt, sagte er: „Wenn Sie uns Entlastendes mitgeteilt hätten, wären wir dem auch nachgegangen.“

    Ins Rollen kamen die Ermittlungen, weil AVA-Chef Michale und der technische Geschäftsführer des Müllofens Anzeige wegen „übler Nachrede“ stellten. Dann informierte Michale die Ermittler, welche Mitarbeiter nach Meinung der AVA-Führung verdächtig seien. Vier Namen wurden genannt. Dieser Verdacht reichte der Staatsanwaltschaft, um Durchsuchungsbeschlüsse für Wohnungen und Büros der vier Männer zu beantragen. Anwalt Jörg Seubert nannte das Vorgehen gestern „erstaunlich“, Staatsanwalt Wörz bezeichnete es als „normal“. Gegen einen Verdächtigen wurde später nicht weiter ermittelt, die anderen drei stehen nun vor Gericht. Bei den Durchsuchungen fanden die Beamten bei zwei Angeklagten Kopien von Prüfberichten zur illegalen Verbrennung der giftigen Filter. Konkrete Beweise, dass sie die Dokumente öffentlich machten, wurden nicht entdeckt.

    „Zufallsfunde“: Eine Pistole und Nacktfotos von Kolleginnen

    Vor allem im Haus eines Mannes machten die Ermittler auch „Zufallsfunde“, wie es der Kripobeamte gestern bezeichnete: Nacktbilder von zwei Kolleginnen und eine nicht gemeldete Pistole. Die Anklage lautet deshalb gegen diesen Mann auch auf unerlaubten Waffenbesitz und sexuelle Nötigung. Um diese Vorwürfe soll es aber erst an einem der nächsten Prozesstage gehen. Termine sind bis Mitte April vorgesehen.

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