Am Sonntag gegen 16 Uhr war erst einmal die Multifunktionstruppe des Evangelischen Kinder- und Jugendhilfezentrums am Werk. Ein Stand war aufgebaut, der den Besuchern etwas Schutz vor dem Schneeregen bieten sollte. Jenny und Verena schenkten Glühwein und Kinderpunsch aus, um die Temperaturen etwas zu lindern.
"Wegen eines technischen Defekts . . .", schepperte es ohrenbetäubend aus der Lautsprecheranlage der Haltestelle, komme es zu Verspätungen. Woraus der technische Defekt bestand, blieb unerwähnt. Rainer Schnierle, Planer der Stadtwerke im Ruhestand, hatte beobachtet, dass Beschwerdeführer meist selbst für die Verzögerungen verantwortlich waren. Wer beim Einstieg in den Wagen nicht über die Lichtschranke hinaustrat, sorgte dafür, dass die Türen nicht schlossen und dementsprechend die Straßenbahn nicht weiterfahren konnte.
Das "Jammertal" des Straßenbahnbaus sei überwunden, so Stadtwerkechef Norbert Walter, der ebenfalls zur Eröffnung der illuminierten Tramhaltestelle Hochzoll- Mitte gekommen war. Er machte während des "Events im Advent", wie es auf Anhängern an den schmückenden Weihnachtsbäumchen hieß, auf die Besonderheit aufmerksam: Demnach verbirgt sich hinter den wellenförmigen Zeichnungen auf Spektralfarben eine technische Weltneuheit. Das Farbenspiel trotze Wind und Wetter und selbst Spritzwasser vorbeifahrender Autos. Die innovativ-technische Umsetzung ihrer Kunst biete unendliche Möglichkeiten, so auch die Künstlerin. Die Lichtgestaltung ist ihrer Auskunft zufolge fast grenzenlos programmierbar.