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Inningen: Hier könnte bald ein anderer Wind wehen

Inningen

Hier könnte bald ein anderer Wind wehen

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    Sollte sich ein Investor finden, der auf der Hochterrasse südlich von Inningen einen Windpark errichtet, ist es mit dieser Idylle definitiv vorbei.
    Sollte sich ein Investor finden, der auf der Hochterrasse südlich von Inningen einen Windpark errichtet, ist es mit dieser Idylle definitiv vorbei. Foto: Peter Fastl

    Nahezu einstimmig hat sich der Stadtrat für einen Windpark auf der Hochterrasse südlich von Inningen ausgesprochen, nachdem der Bauausschuss grünes Licht gegeben hatte. Das heißt, wenn sich ein Investor findet, könnte der dort bis zu zwölf Windräder mit einer Nabenhöhe von 140 Metern errichten, sagte Stadträtin Regina Stuber-Schneider gegenüber unserer Zeitung.

    Stuber-Schneider, die sich vehement gegen das Vorhaben zur Wehr setzt, erklärte: „Ein solches Windrad käme mit den Rädern auf eine Gesamthöhe von 160 Metern. Das Ulmer Münster ist 161 Meter hoch.“ Auch die Anzahl der Windräder könne sich noch erhöhen, da die Stadt Bobingen ebenfalls die Errichtung eines Windparks in Erwägung ziehe. Die Stadträtin, die selbst in Inningen wohnt, hat so akribisch nachgerechnet, weil der Schlagschatten, den eine gewisse Menge an Windrädern wirft, Einfluss auf die Sonnenstrahlung habe. „Im ganzen Umkreis wird es nie mehr eine ganz normale Sonneneinstrahlung geben.“

    Die Stadt sieht, im Gegensatz zum Freistaat, für ihr Stadtgebiet einen Mindestabstand zu Wohngebieten von 1000 Metern vor. Den könne sie aber im Fall der Hochterrasse bei Inningen „nur knapp beziehungsweise gar nicht einhalten“, kritisiert Stuber-Schneider. „Die beiden Einsiedlerhöfe werden nur einen Abstand von 400 beziehungsweise 600 Metern haben.“ Der Bayerische Winderlass sieht 800 Meter Abstand zu Wohngebieten vor. „Einsiedlerhöfe gelten nicht als Wohngebiet“, sagte Umweltreferent Rainer Schaal auf Anfrage, gab aber gleichzeitig Entwarnung, was eine zeitnahe Umsetzung der Pläne betrifft: „Die Stadt wird in Inningen keinen Windpark errichten.“ Er räumt aber zugleich ein, dass die Kommune mit einem Investor reden würde, wenn es einen gäbe. „Das kann“, so Schaal weiter, „aber nur unter Bürgerbeteiligung passieren.“

    Bestätigt wird Schaal von Ulrike Bosch vom Stadtplanungsamt, das die Kriterien für einen möglichen Windpark in Augsburg geprüft hat und einzig im Fall der Hochterrasse fündig geworden ist. „Aus Immissions- und Naturschutzgründen spricht bei diesem Gebiet nichts dagegen, deshalb haben wir es an den regionalen Planungsverband gemeldet.“ Die Hochterrasse habe eine Bruttofläche von 90 Hektar. Ziehe man Bahngleise, Starkstromleitungen und Wohnhäuser ab, bleibe eine viel kleinere Fläche übrig. Allein der Mindestabstand zwischen Windrad und Starkstromleitung müsse 200 Meter betragen. „Das reduziert die Zahl der Windräder automatisch. Ich gehe höchstens von vier, fünf Stück aus.“

    Aber auch Bosch ist derzeit kein Investor bekannt, der sich ernsthaft für das Gebiet interessiere.

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