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Soziales: In der Krise gehen Behinderte unter

Soziales

In der Krise gehen Behinderte unter

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    Ein Plärrerbesuch ist für Behinderte oft nicht möglich. Die Schausteller ermöglichen ihnen deshalb einen besonderen Rundgang. Dafür wurden sie nun ausgezeichnet.
    Ein Plärrerbesuch ist für Behinderte oft nicht möglich. Die Schausteller ermöglichen ihnen deshalb einen besonderen Rundgang. Dafür wurden sie nun ausgezeichnet.

    Die Wirtschaftskrise traf die hart, die ohnehin schwer Arbeit finden. Dazu zählen Menschen mit Behinderung. Zwar erreichen fast alle Unternehmen die Pflichtquote von fünf Prozent Behinderter unter den Beschäftigten, sagt Claudia Nickl vom Behindertenbeirat. Doch preiswürdige Projekte, wie diese Menschen am Arbeitsplatz integriert werden, sieht der Beirat zurzeit keine. Damit ist er nicht allein: Auch auf bayerischer Ebene wird der Preis „Behindertenfreundlicher Arbeitgeber“ dieses Mal nicht vergeben.

    Stattdessen zeichnet das Augsburger Gremium am Montag im Rathaus ein Projekt aus, das ihm schon lange am Herzen liegt: den Plärrerrundgang für Menschen mit Handicap, den die Schausteller zu jedem Volksfest organisieren. Das sei nicht hoch genug einzuschätzen, sagt Nickl. Denn viele Menschen mit Behinderung könnten sich Tickets für die Fahrgeschäfte nicht leisten – und diese im normalen Betrieb auch oft nicht nutzen. Bei dem Rundgang, der außerhalb der Plärrer-Öffnungszeiten stattfindet, lassen die Schausteller daher die Leopardenspur langsamer laufen und hieven 120-Kilo-Männer aus dem Rollstuhl ins Karussell. Die Behindertenbeirätin lobt: „Das sind ja teilweise härtere Burschen, aber da sind sie sehr fürsorglich.“ Zum Schluss gibt es noch einen Besuch im Festzelt – zu verbilligten Preisen. 120 Behinderte haben so jedes Jahr einen schönen Tag.

    Nickl weiß, dass für Menschen mit Handicap Entspannung besonders selten, doch gleichzeitig besonders wichtig ist – gerade wenn sie berufstätig sind. Denn dann stehen sie unter großem Druck, mit anderen gleichzuziehen. Oft seien sie zu wenig auf diese Situation vorbereitet. Die Folge: Zur Behinderung kommen immer mehr psychosomatische Probleme. Gleichzeitig warnt Nickl, die als Personalrätin der Stadtverwaltung Schwerbehinderte vertritt: „Man kann die Leute auch nicht in Watte packen und die Kollegen fangen es dann auf.“ Angesichts eines immer längeren Berufslebens bräuchten daher größere Betriebe letztlich „Sozialarbeiter“, meint sie.

    Das sei ein gewisser Ausgleich dafür, dass viele Menschen sich durch körperliche und psychische Belastung in der Arbeit ruinieren. „80 Prozent der Behinderten wurden dies während des Berufslebens.“ Vor allem dadurch, das dürfe man nicht vergessen, erreichen Firmen die gesetzliche Fünfprozentquote.

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