Für ihr Museums- und Medienkonzept wurde gestern die Fuggerei ausgezeichnet. Sie ist Preisträger des bundesweiten Innovationswettbewerbs "365 Orte im Land der Ideen". Die Schirmherrschaft für den Wettbewerb hat Bundespräsident Christian Wulff. Die Juroren würdigten die Aufbereitung der Inhalte in drei Sprachen sowie die vielseitige Darstellung in Schrift, Bild und Ton.

"Wir freuen uns über den Preis. Hier ist eine fast 500-jährige Idee zu Stein geworden und doch sehr lebendig. Die meisten Einrichtungen dieses Alters sind Museen, hier leben noch Menschen", sagte Albert Graf Fugger von Glött. Die Bedeutung der ältesten Sozialsiedlung der Welt hob auch Oberbürgermeister Kurt Gribl hervor. Wenn von der Fuggerei die Rede ist, wisse jeder, welcher Ort gemeint sei. Die Siedlung in der Jakobervorstadt sei "eine gelungene Kombination aus Tourismus und Kultur".
Laut Martin Kluger kommen jährlich 180 000 zahlende Besucher in die Fuggerei; darüber hinaus Hunderte Schulklassen. Kluger war maßgeblich an der Umgestaltung des Fuggereimuseums 2006 und der Konzeption des 2008 neu eröffneten Museums im "Weltkriegsbunker in der Fuggerei" beteiligt. Weil die Urkunde bereits im November ausgestellt wurde, trägt sie noch die Unterschrift von Horst Köhler.
Auch bei den Gästen stößt die Fuggerei auf Begeisterung. "Es ist wichtig, dass Menschen mit viel Kapital sich für das Allgemeinwohl einsetzen. Bei uns in Essen hat sich die Krupp-Stiftung engagiert, als keine Mittel für einen Museumsneubau vorhanden waren", sagt Heinz Thranberend. Der Ansbacher Michael Schmidt ist von der Größe beeindruckt und davon, dass immer noch Menschen darin leben. (chmü)
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